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Euro und Dollar auf dem Prüfstand, Gold und Silber auf dem Weg zum nächsten Gipfel

Nach mehr als einer Woche mit Dutzenden von Gesprächen und vielen eigenen Eindrücken von der internationalen Bühne folgt hier – etwas länger als sonst - die Quintessenz. Sie hat es in sich, denn sie bildet gleich mehrfach einen krassen Gegensatz zur aktuellen Berichterstattung der gängigen Medien: In Deutschland hat der Staat mit dem aufgeblähten Sozialhaushalt, mit der Vereinigung und mit der Bankenrettung sein Pulver verschossen. Jetzt kann er wählen, überwiegend zwischen Pest und Cholera:

a) totale Ausrichtung auf noch mehr Wirtschaftswachstum (abhängig von der Konjunktur in Deutschland, im Euro-Raum, aber auch in Amerika und Asien),
b) Ausgabenkürzung (das würde die Wähler verprellen),
c) Erhöhung der Einnahmen (größter Effekt: über die Umsatzsteuer, dann jedoch konjunkturdämpfend),
d) Inflationierung (der Staat könnte seine Schulden mit etwas entwertetem Geld zurückzahlen, würde allerdings riskieren, dass die Inflation Eigendynamik entwickelt und breite Bevölkerungskreise verarmen lässt),
e) staatliche Insolvenz (mit der Folge, dass noch mehr Menschen verarmen würden, darunter auch Besitzer von Lebensversicherungen, Anleihen, Rentenfonds und anderen Geldwerten).

Die in wesentlichen Punkten vom Staat gelenkte Altersvorsorge wird zum Auslaufmodell, in Deutschland noch mehr als anderswo. Diesbezüglich haben einige Medien gerade erst noch am Donnerstag und Freitag ihre Finger in die Wunde gelegt, etwa die Süddeutsche Zeitung („Der Kettenbrief der Pflegeversicherung“) und das Handelsblatt („Massenhafter Ausstieg aus der Altersvorsorge“). Gemeint ist im ersten Fall die marode gewordene staatliche Absicherung, im zweiten Fall der panikartige Verkauf von privaten Renten- und Lebensversicherungen (sie basieren zum größten Teil auf Staats- und Bankanleihen), von Riester-Renten (staatlich gefördertes System mit hohen Nebenkosten zugunsten der Anbieter und mit ungewissem Ausgang) und von Sparplänen aller Art). Falls die in Panik geratenen Verkäufer ihre Altersvorsorge nun individuell gestalten, machen sie es richtig. Denn kollektiv funktioniert bald gar nichts mehr. Warum, habe ich in meiner jüngsten Kolumne bei www.wiwo.de unter „Gbureks Geld-Geklimper“ beschrieben. Dazu nur ein Beispiel: Nach Recherchen von Lazard Asset Management werden die Folgen der demografischen Entwicklung (Überalterung) das Defizit im deutschen Staatshaushalt zehn Mal stärker in die Höhe treiben als die Finanzkrise. Individuelle Altersvorsorge, das bedeutet: private Finanzplanung im Allgemeinen und Sparen mit Sachwerten im Besonderen (Gold, Silber, selbst genutztes Haus, alternativ Eigentumswohnung, etwas Land zum Anbauen und zur Tierhaltung, später auch Aktien, sofern direkt gehalten).Die diesjährige Immobilienmesse Expo Real in München, die größte ihrer Art in Europa, ist zwar auf Gewerbeimmobilien spezialisiert, aber in diesem Jahr haben Wohnimmobilien eine auffallend große Rolle gespielt. Dabei ging es neben der Altersvorsorge mit den eigenen vier Wänden und neben der Rentabilität von vermieteten Objekten vor allem um die energetische Sanierung – schon wieder so ein Fall von Einmischung des Staates in private Belange. Denn Vermieter und Eigennutzer sollen mit der Klimaschutzkeule gezwungen werden, ihre Objekte auf Teufel komm raus zu dämmen.

Nebenbei stehen auch noch Vorschriften zur Sanierung von Abwasserrohren an. Wer das alles bezahlen soll, bleibt zwar im Dunkeln, aber eines ist sicher: Die Vermieter werden es aus Rentabilitätsgründen nicht bezahlen wollen, die meisten Mieter wegen der Jahr für Jahr ohnehin schon ausufernden Nebenkosten nicht mehr bezahlen können. Die Folge: Polarisierung des Wohnimmobilienmarktes, das heißt, Reichengetto hier, Armengetto da – wie in Amerika. Alles in allem bleibt das Vermietungsgeschäft im Gegensatz zur Investition in die selbst genutzten eigenen vier Wände also problematisch. Wer sich in diesem Metier einigermaßen auskennt, kann die eine oder andere Immobilienaktie kaufen. Welche, werde ich nach intensiven Gesprächen mit Insidern hier bald kommentieren.Mischt die Politik schon bei der Bankenrettung, Altersvorsorge und Gebäudesanierung kräftig mit, so gilt das auch für den Euro, der ja eigentlich Sache der Europäischen Zentralbank (EZB) ist. Eigentlich, doch wie ist der Euro entstanden? Nicht etwa, weil wir ihn dringend brauchten, sondern damit die Eurokraten nach jahrzehntelangen Streitereien über das Wie und Wo des Zusammenwachsens völlig unterschiedlicher Länder ein Ergebnis vorweisen konnten. Und weil es mit der angestrebten politischen Union nicht klappte, einigte man sich auf den kleinsten Nenner, die Europäische Währungsunion.Das rächt sich jetzt, sinnigerweise erst ein Jahrzehnt nach der Euro-Einführung, indem wir Griechenland und demnächst noch andere Euro-Länder retten müssen. Es rächt sich durch immer höhere Zinsspreads (Aufschläge auf die Verzinsung der Anleihen von Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Italien usw. im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen), und es rächt sich dadurch, dass die EZB solche Anleihen im Zweifel aufnimmt, damit ihre Kurse nicht total abstürzen.

Die Rettungsaktionen bilden bereits die erste Stufe der politischen Union. Die zweite Stufe wird schon bald mit dem geregelten Finanzausgleich im Euro-Raum kommen. Sobald die deutschen Steuerzahler als die am meisten Betroffenen (weil Deutschland als reichstes Euro-Land die Hauptlast des Finanzausgleichs tragen muss) dessen gewahr werden, dürfte ein politischer Ruck (und damit die weitere Abkehr von Schwarz-Gelb) durch die Republik gehen. Deshalb hält man zurzeit in Berlin den Mund still, und regierungstreue Medien veröffentlichen zur Ablenkung am laufenden Bank Jubelmeldungen über das tolle deutsche Wachstum und die Exporterfolge. Wer den lahmen Deutschen Aktienindex Dax verfolgt, bekommt allerdings einen ganz anderen Eindruck. Kurzum, die politische Union wird kommen, uns Opfer abverlangen und den Euro noch in manche Turbulenzen stürzen.Solche Turbulenzen werden hin und wieder – wie zuletzt im Mai – den Dollar in einem freundlicheren Licht erscheinen lassen. Bleiben Sie davon unbeeindruckt, denn der Dollar wird im Vergleich zu Sachwerten, speziell zu Gold und Silber, wahrscheinlich noch mehr abschmelzen als der Euro. Antal Fekete, pensionierter Professor und ausgewiesener Währungsexperte, antwortete neulich auf die Frage nach den Chancen der Amerikaner, ihre wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Probleme zu lösen: „Sie haben keine dazu keine Möglichkeit mehr.“ Fekete sieht den Kollaps des US-Finanzsystems kommen, ist jedoch überzeugt, dass die Amerikaner es schaffen werden, das Vertrauen der eigenen Bürger – auch in den Dollar – noch für einige Jahre aufrecht zu erhalten.Als Instrument steht ihnen unter anderem die Geldpolitik der US-Notenbank Fed zur Verfügung, und die geht so: Das etablierte US-Finanzsystem belässt die Zinsen auf Bodensatzniveau und hält zusammen wie Pech und Schwefel; wer nicht mitmacht, gilt als schlechter Patriot. Die niedrigen Zinsen begünstigen zum einen die Kurse der US-Staatsanleihen, die dann quasi als Äquivalent zum Dollar, falls der gerade mal fällt, einen Ausgleich bilden. Zum anderen begünstigen sie die Anlage in Gold und Silber (später auch in Aktien): 1. weil die Zinslosigkeit der beiden Edelmetalle bei extrem niedrigem Zinsniveau wie jetzt nicht zu Buche schlägt und 2. weil Anleger am Ende, wenn das Finanzsystem kollabiert, mit Gold und Silber über mehr Kaufkraft verfügen werden als mit Papiergeld in Form von Anleihen, die dann nur noch einen Bruchteil der aktuellen Kurse wert sein werden.

Manfred Gburek, 8. Oktober 2010

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » gburek.eu