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Der Kollaps der US-Autobauer und die USA auf dem Weg zur Bananenrepublik (von Dirk Müller, Mister DAX)

Die Autohersteller und hier ganz besonders die amerikanischen, stehen schon seit vielen Jahren unter großem Druck. Die Pensionsverpflichtungen aus Jahrzehnten und eine verfehlte Modellpolitik schnürt General Motors (GM) seit Jahren die Kehle zu. Bei Chrysler sieht es nicht besser aus, wir erinnern uns noch gut an die Erleichterung in Stuttgart, als Daimler diese hässliche Tochter endlich (weitestgehend) los war.

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat diese Situation jetzt nur deutlich verschärft und den Niedergang beschleunigt. GM verliert jeden Monat etwa 2 Milliarden US$! Das das kein dauerhaft sinnvolles Geschäftsmodell ist liegt auf der Hand. Nur zu verständlich, dass der amerikanische Senat keinen Sinn darin sieht, immer neue Milliarden in dieses schwarze Loch zu schaufeln, zumal nicht mal eine Idee für eine bessere Zukunft auf dem Mahagonitisch der Chefetage liegt. Aber die USA haben sich offensichtlich von jeder rationalen Politik entfernt und erinnern immer mehr an eine lateinamerikanische Bananenrepublik.
Da verabschieden der Senat und der Kongress ein 700 Milliarden Rettungspaket, nachdem der Finanzminister auf Knien flehend um Zustimmung bittet. Dieses Geld wurde bewilligt um den Banken faule Kredite abzukaufen. Kaum war diese Genehmigung erteilt, überlegte der Finanzminister es sich anders und gibt einen Teil des Geldes direkt an die Banken, ohne die Kredite zu übernehmen. „Ich halte das jetzt für sinnvoller“. Also wusste er bei seinem Kniefall noch gar nicht, was er eigentlich genau mit dem Geld machen will. Jetzt wird es noch dreister. Statt dieses Staatsgeld (neue Schulden) als Kredite an die Wirtschaft und die Bürger weiterzugeben, zahlen die US-Banken erstmal großzügige Dividenden an ihre Aktionäre und Vorstände aus und kaufen mit einem weiteren Batzen Aktien einer chinesischen Bank. Der Kongress war entsetzt, aber man konnte nichts machen.
Jetzt hat der Senat das sinnlose (zusätzliche) Rettungspaket für die US-Autobauer abgelehnt, da denkt der Präsident darüber nach, das Geld gegen den Willen der Senatoren aus dem 700 Milliarden-Topf zu nehmen, der ursprünglich für den Aufkauf fauler Bankkredite gedacht war. „Ich mach das jetzt mal eben…“
Hier scheint plötzlich jeder zu machen was er will und sich über die Entscheidungen der gewählten Volksvertreter hinwegzusetzen. Das kennen wir bislang hauptsächlich aus Osteuropa oder Südamerika. …bedenklich.
Dennoch werden wir uns darauf einstellen müssen, demnächst mehr über das Thema „Chapter 11“ (Kapitel 11) zu hören. Hier handelt es sich um eine ganz besondere -US-spezifische- Form der Insolvenz.

Chapter 11 – Der ganz besondere „Gläubigerschutz“
Wenn in Deutschland ein Unternehmen Pleite geht, wird „Gläubigerschutz“ beantragt. Hier geht es um den Schutz der Gläubiger (diejenigen, denen das Unternehmen Geld schuldet), damit diese möglichst viel Geld zurückbekommen. In den USA gibt es neben diesem kompletten „Aus“ für das Unternehmen („Chapter 7“) noch eine andere Art der Insolvenz, nämlich das sogenannte „Chapter 11“ ein Gläubigerschutz der anderen Art. Hier wird nämlich das pleitegegangene Unternehmen VOR seinen Gläubigern geschützt.
Stark vereinfacht lässt sich sagen, das Unternehmen darf weiterarbeiten, seine Altaktionäre werden enteignet, die Gläubiger gehen weitgehend leer aus und das Unternehmen kann all seine alten Verpflichtungen wie Pensionsansprüche etc. neu ordnen ( über Bord werfen ). Auf diese Weise wurden schon pleite gegangene US-Fluglinien erfolgreich wiederbelebt. Nach meiner Einschätzung ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der eine oder andere US-Autobauer diesen Schritt geht. Welche Auswirkungen das auf die Gläubiger hat, die Milliarden-Anleihen dieser Unternehmen halten (Versicherungen, Rentenfonds etc.) bleibt dann ein spannendes Experiment…..
Und wenn wir uns einmal erlauben wollen, ganz verrückte und undenkbare Dinge zu denken (das sei in diesen Zeiten, in denen bereits viel Undenkbares Realität geworden ist gestattet), könnte man sich dann vorstellen, dass ein ganzer Staat sich eines Tages selbst unter „Chapter 11“ stellt ? Zugegeben: ein gewagter Gedanke, aber ich möchte gerne mal zum Nachdenken darüber anregen, ob so etwas möglich wäre.
Wenn man „Chapter 11“ als geeignetes Mittel zur Rettung wichtiger Unternehmen ansieht und anwendet, ist es dann ausgeschlossen, dieses Instrument zur Rettung des großen Ganzen einzusetzen, wenn die Situation eskaliert?

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://frank-meyer.eu