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Sie wollen also eine Revolution?

von Bill Bonner
Völker Europas: Steht auf!", so ein Banner. Die griechischen Kommunisten sind normalerweise eine verlässliche Bastion für Fehler und Dunkelheit. Ihre Ideen sind entsetzend. Ihre Vorschläge absurd. Die einzige Sache, mit der sie Recht haben, ist ihre Ansicht über die herrschende Klasse - die sie als Dummköpfe bezeichnen...

Aber dieses Mal ist es anders. Der linke Mob - der jetzt schon Raketen auf Polizisten in Athen abfeuert - ist auf dem Vormarsch. Sie müssen nur noch an ihrem Ziel arbeiten.
Europa wird nun so tun, als ob es Griechenland vor seinen Gläubigern schützt, und die Griechen werden so tun, als ob sie ihre Finanzen in Ordnung bringen. In Wahrheit wird dies passieren: Das griechische Problem wird stattdessen zu einer größeren Krise. Wie ich schon erklärt habe: Die moderne Volkswirtschaftslehre kann leicht zusammengefasst werden. Sie ist ein Versuch, Probleme in die Zukunft zu verschieben, und auf Leute, denen man nicht vorwerfen kann, dass sie die Probleme verursacht haben. Und wir sehen diese Formel nun bei der Arbeit, in Europa.
Die Griechen haben sie Geld geliehen, von dem sie nicht ehrlicherweise erwarten konnten, es zurückzuzahlen. Ausländische Banker - größtenteils französische und deutsche - hofften, mit griechischen Staatsanleihen eine schöne Rendite einzufahren. Ein gerechter Herrscher würde die nun alle kollabieren lassen, und würde ihnen auf dem Weg nach unten noch einen Tritt in den Hintern geben. Stattdessen konnten die Schurken ihre Beute genießen. Und wegen eines neuen Bailouts" sollen die Idioten ihr gesamtes Geld erhalten; es wird aus den Steuerzahlern überall in Europa herausgepresst werden.
Die Pläne der herrschenden Klassen sind nicht nur ungerecht. Sie sind auch noch undurchführbar. In den nächsten 3 Jahren wird Griechenland umgerechnet 50 Milliarden Dollar neue Schulden machen, die Schuldenlast könnte sich dann bei 150% des Bruttoinlandsproduktes stabilisieren. Und in den nächsten 2 Jahren wird Griechenland auch 70 Milliarden Dollar alter Schulden zurückzahlen müssen. Mindestens dieses Geld werden die Griechen in den nächsten 3 Jahren benötigen. Und dann gibt es da noch die anderen schwachen Schwestern und Brüder in der europäischen Familie. Wenn man die alle per bailout" retten möchte, könnte das bis zu einer Billion Euro kosten.
Aber das reale Problem geht viel tiefer. Es ist philosophisch und auch mathematisch. Zu viel Schulden sind - wie zu viel Sterben" - kein vorübergehender Zustand. Sie sind ein finaler Zustand. Und sobald die Seele einmal den Körper verlassen hat, bringt es nichts, zu versuchen den Körper am Leben zu erhalten.
Ähnlich hier: Wenn eine Schuld nicht zurückgezahlt werden kann, dann bringt es nichts, so zu tun als ob. Wenn man die Zinsen seiner Schuld nicht bezahlen kann, werden die auf die Schuld draufgeschlagen. Die Schuldenlast wächst und wird so noch untragbarer. Es ist besser, den Fehler so bald wie möglich zuzugeben und dann mit der Organisation seines finanziellen Begräbnisses zu beginnen.
Derzeit haben die Griechen Schulden in Höhe von ungefähr 120% ihres Bruttoinlandsproduktes. Dank des bailouts" wird dieser Prozentsatz weiter steigen. Der derzeitige Plan sieht vor, den Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt erst zu stoppen, wenn er um weitere 30 Prozentpunkte gestiegen ist.
Da, und genau da, haben wir das Problem. Heute haben die Griechen Probleme mit ihrer Schuldenlast. Und was wird wohl passieren, wenn sie eine noch größere Schuldenlast haben werden? Unbefugte halluzinieren, dass dann alles gut sein wird, dann können Teller zerbrochen und eine Mazurka getanzt werden. Sie stellen sich auch vor, dass die Geldgeber - die in den letzten Wochen bis zu 18% für Kredite an Griechenland mit 2 Jahren Laufzeit wollten - nur noch einen Bruchteil dieser Zinsen verlangen werden, nachdem das Rückgrat der griechischen Finanzen gebrochen worden ist.
Lassen Sie uns einmal annehmen, das sei möglich. Sagen wir einmal, die Griechen könnten sich in der Zukunft für genau 8% Geld leihen. Bei einer Schuldenlast von 150% des Bruttoinlandsproduktes bedeutet das, dass die Zinsen (wenn alle Schulden zu 8% aufgenommen wären) pro Jahr schon rund 12% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Mit anderen Worten: einer von 8 Euros des BIP würden nur für Zinszahlungen benötigt. Griechenland nimmt derzeit ungefähr 5% seines BIP mit der Einkommensteuer - noch nicht einmal die Hälfte von dem, was für die Zinszahlungen nötig wäre.
Griechenland soll nun weitere 4 Prozentpunkte des BIP an Steuern einnehmen. Doch bereits jetzt sind geschätzte 30% der griechischen Wirtschaft schwarz", um der Besteuerung zu entgehen. Stellen sie sich einmal vor, wie schwarz da alles würde, wenn die Steuerzahler realisieren, dass jeder Cent, den sie an Einkommensteuer zahlen, dafür genutzt wird, um ausländische Banker vor den Folgen ihrer dummen Spekulation zu schützen. Und stellen sie sich vor, was passiert, wenn die Griechen anstatt neuen Schulden in Höhe von 10% des BIP auf einmal Schulden in Höhe von 10% des BIP zurückzahlen wollen.
51% der Griechen sind einer Umfrage zufolge nicht zufrieden mit den Kürzungen. Die anderen werden dagegen sein, wenn sie sehen werden, was das bedeutet. Die Griechen waren daran gewöhnt, einen Kuchen zu haben und ihn gleichzeitig zu essen. Jetzt werden sie ihn weder haben noch essen können.
Steht auf, ihr Griechen! Ihr habt nichts zu verlieren außer den Ketten der Schulden! Dafür gibt es Revolutionen.

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » http://www.investor-verlag.de