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Weltfinanzsystem droht Mega-Domino-Day

von Tobias Bayer (Frankfurt)

Banken wanken, Hedge-Fonds sind in Not, Unternehmen streichen ihre Prognose und Staaten kollabieren. Das ist nicht neu. Doch laut der britischen Notenbank drohen weltweite Dominoeffekte. Die drastische Warnung: Die Lage ist so instabil "wie seit Menschengedenken nicht".
Die Bank of England (BoE) sieht die Gefahren der Kreditkrise noch bei weitem nicht ausgestanden. In ihrem am Dienstag veröffentlichten halbjährlichen Bericht "Financial Stability Review" weist die Notenbank besonders auf Risiken in Schwellenländern und bei Hedge-Fonds hin. "Die Instabilität des Finanzsystems in der jüngsten Vergangenheit ist so groß wie seit Menschengedenken nicht. Angesichts des Abschwungs der Weltwirtschaft wird das System auch weiterhin unter Stress stehen", sagte John Gieve, stellvertretender Gouverneur der BoE.
Die Analyse fällt deutlich pessimistischer aus als im Mai. Damals schrieben die Experten der Notenbank, dass die Investoren die Preise und Risiken vieler Vermögenswerte übertrieben skeptisch einschätzten. Seitdem jedoch spitzte sich die Situation deutlich zu: Nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September, geriet der gesamte Kapitalmarkt in Aufruhr. Die britische Regierung reagierte als erste in Europa und stellte ihre Banken unter Schutz. So wurde die Royal Bank of Scotland teilverstaatlicht.

Wertberichtigungen bei 2800 Mrd. $

Doch jetzt gewinnen weltweit Konjunkturrisiken an Bedeutung. Die Wirtschaft Großbritanniens schrumpfte im dritten Quartal so stark wie seit 1990 nicht mehr. Premierminister Gordon Brown schlug deshalb vor, Haushaltsregeln außer Kraft zu setzen, um die schwächelnde Wirtschaft mit höheren Staatsausgaben stützen zu können.
Für die Banken ist das eine Bedrohung. Nicht nur seien die Institute in den USA, Europa und Großbritannien nach Abschreibungen auf besicherte Wertpapiere, Unternehmensanleihen und anderen Finanzinstrumenten in Höhe von 2800 Mrd. $ geschwächt, so die BoE. Ein Abschwung der Wirtschaft könnte zudem dazu führen, dass die Unternehmen viele ausstehende Kreditlinien ziehen - und die Branche noch weiter belasten. Die Zentralbank beziffert allein für Großbritannien die mögliche Belastungen aus solchen Linien auf 160 Mrd. Pfund.
Aus Sicht der BoE entspannte sich die Situation auf dem Interbankenmarkt zuletzt. Die Gefahren seien aber nicht ausgeräumt, schreibt die Notenbank im Finanzstabilitätsbericht. "Ein Risiko besteht darin, dass verschuldete Investoren wie Hedge-Fonds ihre Positionen auflösen müssen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen."
Die gesamte Branche leidet momentan. Im dritten Quartal lag die durchschnittliche Rendite der Hedge-Fonds bei einem Minus von über zehn Prozent. Das führt dazu, dass die Anleger ihre Geld zurückverlangen - was zusätzlichen Druck auslöst. Aber auch die verschärfte Kreditvergabe der Banken ist für die Abwärtsspirale mitverantwortlich. So verlangen die Institute inzwischen mehr Sicherheiten.

Gefahr Schwellenländer

Das könnte wie ein Boomerang zurüsckschlagen. Denn die Malaise der Hedge-Fonds-Branche sei auch für die Banken problematisch, so die BoE: "Dachfonds, die in Hedge-Fonds investieren, haben Kreditlinien bei Banken. Kommen sie in Liquiditätsengpässe, ziehen sie die Kreditlinien, was den Engpass wiederum auf die Banken übertragen würde."
Das zweite große Risiko geht laut der BoE von den Schwellenländern aus. Das Beispiel Island zeige die Gefahren einer großen Abhängigkeit von Finanzierung aus dem Ausland. Auch bei anderen Ländern in Osteuropa oder dem Commonwealth sei das der Fall, schreibt die Zentralbank: "Negative Entwicklungen in den Schwellenländern könnten auch das Finanzsystem der Industriestaaten belasten. Große Banken beispielsweise, die in Schwellenländern engagiert sind, könnten mit großen Verlusten konfrontiert sein."

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.ftd.de