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Fantasie-Preise für faule Assets

Von Peter Boehringer Freitag, 3. Oktober 2008

Schöne neue Banken-Welt. SEC lockert die Bilanzierungsregeln. Mehr Freiheit in der Bewertung problematischer Anlagen. Wird jetzt alles gut?

Unten ein Artikel, der etwas genauer die Aussetzung des Mark-to-Market-Erfordernisses als Bestandteil des US-Rettungspakets TARP ("Troubled Asset Relief Program") beschreibt: NZZ
Dieses Moratorium gegen Mark-to-market, ist zwar völlig ungeeignet, die realen Verluste zum Verschwinden zu bringen - aber u.U. wunderbar geeignet, die kurzfristige Todesdrohung von den Banken zu nehmen! In "Armaggedon? Verschoben!" -->Link habe ich diesen nun realisierten Plan noch als "Mark-to-phantasy" bezeichnet". Aber der neue "offizielle" IFRS-Terminus wird künftig wohl "Mark-to-common-sense" lauten [(c) PB].

Mal schauen, ob es heute abend nach der Abstimmung im Repräsentantenhaus über den TARP-Plan wirklich heißen wird "Armageddon Verschoben!". Vermutlich geht das Zittern auch danach weiter!

Die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) hat in Zusammenarbeit mit dem Financial Accounting Standards Board (FASB) eine umstrittene Bilanzierungsregel – FASB 157 – neu interpretiert und damit den Finanzunternehmen mehr Spielraum in der Bilanzierung problematischer Anlagen eingeräumt. FASB 157 schreibt die Erfassung von Anlagen zu ihrem angemessenen Preis («fair value») vor. Sinken die Preise von Vermögenswerten, etwa Hypotheken-Bonds, am Markt, dann sind Unternehmen, die solche Papiere besitzen, gehalten, den Wert entsprechend anzupassen («mark to market»).

Diese Vorschrift hat zu den horrenden Abschreibungen (und Verlustausweisen) vieler Finanzinstitute im Gefolge der Hypothekenkrise und der Marktturbulenzen geführt. Vielfach wurde die «Fair value»-Regel sogar als Auslöser der Finanzkrise kritisiert, was allerdings unsinnig scheint. Banken und andere Finanzunternehmen hatten sich darüber beklagt, dass die derzeitigen Marktwerte für manche problematischen Anlagen nicht realistisch seien und nach der Glättung der Turbulenzen steigen würden.

Die SEC stellte nun explizit fest, dass nicht zu «Schleuderpreisen» bilanziert werden müsse, sondern dass man in schwierigen Fällen den gesunden Menschenverstand walten lassen könne, das heisst als Grundlage für den Marktwert die Einschätzung durch das Management dienen könne.
Not- oder Liquidationsverkäufe eines oder mehrerer Marktakteure können laut der Neuinterpretation nicht für die Bilanzierung bei andern Unternehmen wegleitend sein.
Massgebend für den «fair value» können nur ordentlich und freiwillig durchgeführte Transaktionen sein.
Keine Diskussion gibt es weiterhin für sogenannte Level-1-Anlagen, für die ein flüssiger Markt mit transparenten Preisen existiert; hier gilt strikt die «Fair value»-Regel.
Level-2-Anlagen, die schwieriger zu bewerten sind und bei denen oft indirekte Preisangaben für vergleichbare Vermögenswerte herangezogen werden müssen, können hingegen künftig in den Level 3 verschoben und nach individuellen Risikomodellen bewertet werden, wenn dies sinnvoll erscheint.


Beruhigung der Märkte

Analytiker sind sich nicht einig über den Effekt der lockereren Interpretation. Manche glauben, dass die Wertberichtigungen für das dritte Quartal deutlich geringer ausfallen werden und dass eine Reihe von Banken durch die Höherbewertung von Anlagen sogar Gewinne erzielen könnten. Die American Bankers Association lobte die Ankündigung der SEC jedenfalls als wichtigen Schritt zur Beruhigung der Finanzmärkte."

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.mmnews.de