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Zu hoch gepokert

von Norbert Häring
Mit ihrer Entscheidung, im Juli noch schnell den Leitzins anzuheben, bevor die Konjunktur für jeden erkennbar einknickt, hat die EZB hoch gepokert und verloren. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft bis ins Frühjahr hinein hervorragend, die europäische Wirtschaft immerhin passabel hielt, sind die Indikatoren für das Geschäftsklima seit Juni eingebrochen. Nun hat die Notenbank zwar den Nachweis erbracht, dass sie nicht bereit ist, dauerhaft hohe Inflationsraten zu tolerieren. Sie hat damit aber auf der anderen Seite viel Vertrauen in ihr Urteilsvermögen verspielt.
Jahrelang hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet immer wieder daran erinnert, dass die Notenbank im Dezember 2005 gegen den Rat des Internationalen Währungsfonds und anderer Experten eine Zinserhöhungsrunde einleitete und recht behielt. Die Zinspolitik der EZB zu kritisieren kam daraufhin außer Mode.
Jetzt steckt die EZB in einem selbst verschuldeten Dilemma. Entweder sie räumt ein, dass sich die Lage geändert hat und bereitet eine mögliche Zinswende nach unten vor. Dann muss sie sich vorhalten lassen, dass die starke Konjunkturabschwächung bereits absehbar war, als sie den Leitzins gegen den Rat vieler Experten noch im Juli anhob.
Oder aber sie rechtfertigt diesen Schritt gegen immer lauter werdende Kritik, indem sie die Inflationsrisiken weiter stark betont. Eine Rezession würde ihr dann endgültig den Ruf eintragen, bei der rigorosen Inflationsbekämpfung die Kollateralschäden für die Wirtschaft gänzlich außer Acht zu lassen. Das würde Bestrebungen im Europaparlament und in der französischen Staatsführung neuen Auftrieb geben, die Notenbank an eine kürzere Leine zu legen. Souverän einen Fehler einzugestehen und umzusteuern wäre die bessere Variante.

Quelle: http://www.handelsblatt.com