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Hank Paulsons „Ardennen-Offensive„
Der letzte grosse System-Rettungsversuch?

Von Walter K. Eichelburg
Datum: 2008-08-15

Seit der Fannie Mae und Freddie Mac Krise im Juli 2008 wird alles getan, um das System „zu reparieren„ und noch eine Zeitlang aufrecht zuerhalten. Derzeit laufen extremste Markt-Manipulationen bei Aktien-Indizes (Dow), Dollar, Gold, Silber, Rohstoffen ab. In der Realität bricht die Realwirtschaft in den USA bereits voll zusammen, in Europa beginnt es auch.
Man könnte das, was jetzt läuft, als finanzielles Gegenstück zur Ardennen-Offensive der deutschen Wehrmacht Ende 1944 betrachten. Dann kommt der Total-Kollaps.

Die echte Ardennen-Offensive
Wikipedia: Ardennenoffensive
Die Ardennenoffensive (auch Rundstedt-Offensive) oder Unternehmen „Wacht am Rhein„ fand gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Osten und Nordosten von Belgien sowie in Teilen des Großherzogtums Luxemburg statt.
Nichts zu unternehmen, kam für Hitler einer Kapitulation gleich. Und so sollten auch noch die letzten menschlichen Kräfte eingesetzt werden. Eine tatsächliche Kapitulation zu diesem Zeitpunkt hätte jedoch noch weiteres unermessliches Leid verhindern können.
Der schwere Verlust an Soldaten, Panzern, Kampfflugzeugen und Treibstoff beschleunigte den Untergang des Deutschen Reichs merklich, die Operationsfähigkeit in großem Stil war für die deutsche Armee an der Westfront nach dem Zusammenbruch der Offensive nicht mehr gegeben.
Diese Offensive war als „Befreiungschlag„ gedacht und hat die letzten intakten Einheiten gekostet. Nach einigen Wochen war die Offensive gescheitert und es begann der totale Zusammenbruch. Einige Monate später war die Total-Niederlage da.

Die finanzielle „Ardennen-Offensive„
Genau die gleiche Situation sehen wir derzeit in der Weltwirtschaft, speziell in den USA: Die Realwirtschaft in den USA und einigen EU-Ländern bricht zusammen Praktisch das gesamte westliche Bankensystem ist bankrott Mehrmals musste ein Kollaps im letzten Moment abgewendet werden (Bear Stearns, Fannie & Freddie) Die realen Bankenverluste werden (noch ohne Derivatenkrise) auf $3000 Mrd. geschätzt Dahinter lauert der Zusammenbruch von Derivaten wie CDS (Credit Default Swaps) im Nominalwert von $1100'000 Mrd. (1100 Trillions oder 1.1 Quadrillion) Bei jedem akuten Krisenanfall sinkt der US-Dollar und steigt der Goldpreis Und so weiter...

Die Fannie & Freddie-Krise:
Um den 10. Juli 2008 ist die Krise um die beiden US-Immobilien-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac (F&F) ausgebrochen. Sie drohten insolvent zu werden und wurden von der US-Regierung durch ein Notgesetz aufgefangen. Deren Schulden von ca. $5200 Mrd. sind jetzt sozusagen US-Staatsschulden. Man spricht es zwar nicht offen aus, hat aber solche Garantien zumindest den ausländischen Haltern der F&F-Bonds gegeben. Vermutlich auch den eigenen Banken und Fonds, die den grössten Anteil daran halten.
Die US-Staatsschulden inklusive Garantien für F&F sind jetzt also um 50% höher und belaufen sich auf sagenhafte $15000 Mrd. (15 trillions). Damit kam der US-Dollar massiv unter Abverkaufsdruck. Im nachfolgenden Chart sieht man sehr schön, dass der Tiefpunkt im Dollar-Index etwa am 16. Juli war:

Eine solche Riesen-Rettungsaktion „kostet„ normalerweise die Währung, diese wird dann massiv abverkauft. Aber die USD ist die Welt-Reservewährung und alle anderen Währungen haben diese als „Reserven„.
Also musste eine Dollar-Rettungsaktion her, koordiniert zwischen den westlichen Zentralbanken. Die EZB gab wieder einmal Dollars an ihre Banken aus, die sie sich vorher bei der Fed gegen Euros besorgte. Die Japaner gingen noch weiter (oder wurdees ihnen befohlen?). Sie tauschten massiv Euros gegen Dollars. Das Ergebnis sieht man am Chart sehr schön. Der Dollar-Index ging von unter 72 auf 77 hinauf.

Der „Kampf gegen die Inflation„:
Zeitgleich mit der F&F-Krise erreichte der Ölpreis ein Allzeit-Hoch von $147/bbl. Warum wohl? vermutlich Flucht in Realwerte. Also musste etwas gegen den grössten Preistreiber, den Rohölpreis gemacht werden.

Also musste auch der Ölpreis „bearbeitet„, also gedrückt werden. Etwas ähnliches geschah auch vor der US-Kongresswahl im November 2006.
In der Zwischenzeit hat man den Ölpreis von $147 auf $112 gedrückt. Dies obwohl die Welt-Förderung wegen Peak-Oil zurückgeht aber der Welt-Verbrauch immer noch steigt. Nicht einmal der Georgien-Krieg vor einer Woche hat den Ölpreis angehoben. Ein Krieg in einer Ölregion tut das normalerweise immer.
Wahrscheinlich hofft man damit, dass der Frust der Bevölkerung überall auf der Welt wegen der enormen Preissteigerungen zurückgeht und die gelogenen Inflations-Statistiken nicht so schnell auffliegen.

Der Kampf gegen das Inflations-Barometer Gold:
Es fehlte noch etwas Entscheidendes. Man musste unbedingt vermeiden, dass eine Alternative ausserhalb des Banken- und Papiersystems attraktiv wird: Gold, das Geld ohne Schulden dahinter.
Bei jeder schlechten US-Statistik, etc. drückt man seit langer Zeit immer wieder auf den Goldpreis, sodass gar kein „Flucht-Moment„ ins Gold oder Silber (drückt man natürlich auch) entstehen kann.

Hier der Gold-Chart der letzten 3 Monate. Gold erreichte den Höhepunkt natürlich mit F&F-Krise, wurde dann aber massivst gedrückt. Nicht um die üblichen $25/oz sondern in einer massiven Aktion über mehrere Wochen gleich um fast $200/oz. Dies zeitgleich natürlich mit der Dollar-Hebung.

Die meiste Aktion geschah immer zur US-Börsenzeit mit Futures an der Comex. Es muss auch massiv Metall auf den Markt geworfen worden sein. Hat man die ETFs entleert?
In den letzten Tagen war man besonders aktiv und hat den Goldpreis sogar unter $800/oz gedrückt.

Man will damit:
a) sich einen Sicherheitspolster verschaffen, denn verschiedene Berichte sagen, dass massive Schläge im Bankensystem kommen
b) den Spekulanten eindeutig zeigen, dass Gold/Silber „gefährlich„ und nichts für sie sind.
Nachdem jede Menge schwacher Hände am Markt sind und vielfach auf Kredit spekuliert wird (auch Futures sind wegen der geringen Anzahlung eine Spekulation auf Kredit), kann man diese immer wieder leicht vom Markt verdrängen. Deren Ausstieg verstärkt noch den Preisverfall.

Was macht der Dow?
Man könnte annehmen, dass in einer allgemeinen Liquditätskrise, wo alle Rohstoffpreise fallen, auch die Aktienindizes fallen. Das ist auch passiert, etwa in China, wo die Kurse immer weiter runtergehen.

In den USA und Europa ist es bis zum 14.7. passiert (dem Höhepunkt der F&F-Krise). Dann ist speziell der Dow, der am meisten betrachtete und daher total manipulierte Index wieder gestiegen.
Die anderen westlichen Indizes (wie etwa der Dax) hängen sich primär an die US-Indizes an.
Hier ist der beste Beweis, dass alles nur Markt-Manipulation ist.

Auch diese „Ardennen-Offensive„ wird schiefgehen
Hat die echte Ardennen-Offensive ca. 6 Wochen gedauert, so war nach 3 Wochen die Trendumkehr. Nach 4 Monaten war der Total-Zusammenbruch Deutschlands komplett.
Wenn wir uns Hank Paulsons (der US-Finanzminister, kein anderer General steckt hier dahinter) Offensive ansehen, so hat er vor zwei Wochen begonnen, richtig zuzuschlagen (also um den 1. August). In spätestens einigen Wochen wird die Umkehr stattfinden (Gold steigt wieder massiv, der Dollar sinkt wieder massiv). Einige Monate später wird dann der Totalzusammenbruch sein.
Es hat vor einigen Monaten eine » geheime Sitzung des US-Kongresses gegeben, wo den Abgeordneten ein „Zeitplan„ für die weitere Krise bekanntgegeben wurde: The imminent collapse of the U.S. economy to occur by September 2008, The imminent collapse of US federal government finances by February 2009, The possibility of Civil War inside the USA as a result of the collapse, advance round-ups of „insurgent U.S. citizens“ likely to move against the government, The detention of those rounded-up at „REX 84″ camps constructed throughout the USA, The location of „safe facilities“ for members of Congress and their families to reside during expected massive civil unrest
Der Kollaps der Realwirtschaft in den USA ist schon im Gang, im September 2008 wird er wie in diesem Zeitplan gezeigt, sicher für alle sichtbar sein. Vielleicht will man mit den derzeitigen Massnahmen noch einige Monate herausschinden, damit die Kongressabgeordneten sich noch nicht in ihre „sicheren„ Bunker zurückziehen müssen.

Trotz aller Markt-Manipulationen:
Der Verfall des Finanzsystems ist schon zu stark fortgeschritten, als dass man noch etwas retten könnte. Es gibt nichts mehr zu retten. Die Kreditbubble wird abgebaut.
Die „Umtauscher„:
Man kann ruhig annehmen, dass viele grosse Dollarhalter (auch Zentralbanken) schon auf einen so hohen Dollar-Kurs und einen so niedrigen Goldpreis gewartet haben, um zu guten Bedingungen ohne Panik ihre Dollars „eintauschen„ zu können. Diese Gelegenheit werden sie nützen. Wird etwa China nach der Olympiade seine Dollars auf den Markt? Das könnte den „Sicherheitspolster„ erklären.
Es gibt auch Berichte aus aller Welt, dass in den letzten Tagen fast kein Gold und Silber mehr zu bekommen ist. Einige deutsche Händler erzielen das Mehrfache des üblichen Tagesumsatzes – sofern sie Material bekommen.
Sogar die US-Mint hat den Verkauf von Goldmünzen eingestellt. Wahrscheinlich weil sie kein Gold zum so niedrigen Spot-Future-Preis (der Papier-Gold-Preis) bekommt. Dieser Papierpreis für Gold und Silber ist jetzt wirklich eine Fiktion zur Täuschung der Massen. Wer echtes Edelmetall haben will, muss mehr bezahlen.

Besorgen Sie sich die Rettungsboote, solange sie noch so billig sind.
Auch wenn die Rettungsboote etwas mehr als den Spot-Preis kosten, sind sie immer noch sehr billig.
Sie werden sie bald brauchen – wenn diese „Ardennen-Offensive„ scheitert. Dann wird das Finanzsystem einfach „verpuffen„. Mit totaler Flucht daraus.

Wenn der Goldpreis wieder $1000/oz überschreitet, dann geht es richtig los.
PS:
Die Banker und Zentralbanker haben es immer so gemacht. Sie haben ihr System bis zum letzten Dollar (jetzt Goldbarren) verteidigt, mussten dann doch eine Niederlage einstecken.

Disclaimer:
Ich möchte feststellen, dass ich kein Finanzberater bin. Dieser Artikel ist daher als völlig unverbindliche Information anzusehen und keinerlei Anlage- oder sonstige Finanzierungsempfehlung – ähnlich wie ein Zeitungsartikel. Ich verkaufe auch keine Finanzanlagen oder Kredite. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen. Das gilt auch für alle Links in diesem Artikel, für deren Inhalt ebenfalls jegliche Haftung ausgeschlossen wird. Bitte wenden Sie sich für rechtlich verbindliche Empfehlungen an einen lizensierten Finanzberater oder eine Bank.

© 2008 by Walter K. Eichelburg, Reproduktion/Publikation nur mit Zustimmung des Autors.
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Zum Autor: Dipl. Ing. Walter K. Eichelburg ist unabhängiger Consultant und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv auch mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanz- und IT-Sektor. Er kann unter walter@eichelburg.com erreicht werden.
Seine Finanz-Website ist: www.hartgeld.com