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Der Inflation die rote Karte

Schon frisst die Inflation in Europa einen erheblichen Teil des Gesparten auf. Deutschlands Anleger sollten darauf reagieren und ihr Depot krisensicherer machen - mit neuen Finanzinstrumenten und erprobten alten, wie inflationsgeschützten Anleihen oder feinsten Pfandbriefen. Und wie steht es um Goldinvestments? Ein Überblick.

Hamburg - Erst 2 Prozent Inflation in Euroland, dann 2,5 Prozent, jetzt nahezu 3,5 Prozent: Im Juni war die Teuerungsrate hierzulande so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr - und noch will die Welle der Geldentwertung hierzulande nicht abschwellen. "Der Preisdruck dürfte erst 2009 nachlassen, und dann auch nur leicht", musste Europas Chefnotenbanker Jean-Claude Trichet dann jetzt auch vor dem Europa-Parlament in Brüssel einräumen.
Für Anleger also Grund genug sich Gedanken zu machen, ob die eigenen Investments einer Periode höherer Geldentwertung standhalten. Wer beispielsweise vor Jahren 10.000 Euro zum Zins von 2 Prozent angelegt hat, streicht Ende 2008 zwar 200 Euro Zinsgewinn ein. Doch bei der aktuellen Inflationsrate werden die 10.000 Euro zum Jahreswechsel nur noch eine Kaufkraft von 9650 Euro haben - und schon den gleicht der vereinbarte Zinssatz nicht mehr aus. Die Geldanlage ist zum Verlustgeschäft geworden.
Das gleiche Schicksal kann zudem Sparer treffen, die einst auf so genannte Garantiezertifikate gesetzt haben und einen Teil ihres Geldes in solche Wertpapiere steckten. Denn vor Inflation bieten auch sie keinen Schutz. "Wer hier investiert hat und glaubt, am Ende wenigstens seine Einlage zu 100 Prozent wieder zurückzubekommen, irrt gewaltig", sagt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau in München. "Garantiezertifikate sind in Zeiten beschleunigten Kaufkraftverlusts geradezu Risikopapiere." Von 10.000 Euro unverzinster Anlage bei einer Inflationsrate von durchgehend 3 Prozent blieben nach zehn Jahren umgerechnet mickrige 7602 Euro übrig.
"Wer jetzt Geld auf die hohe Kante legt, sollte auf Anlagen mit Renditen von etwa 5 Prozent setzen", sagt Beck deshalb. Marco Cabras von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hält mindestens 4 Prozent für unabdingbar. Wer reagieren muss, hat jetzt die Wahl zwischem Neuen und Bewährten.
Fachmann Beck rät Anlegern, die auf Erprobtes zurückgreifen wollen, vor allem zum Kauf von Pfandbriefen mit einjähriger Laufzeit. Die seien sicher und brächten die nötige Rendite. Als moderne Alternative schlägt er Investments in sichere Wertpapiere mit eingebautem Inflationsschutz vor, so genannte Linker.

Gold oder Betongold?
Beste Schuldner, wie etwa die Bundesrepublik Deutschland, haben solche Papiere im Angebot. Der Bund beispielsweise hat zwei solcher Anleihen herausgegeben, mit denen er sich Geld unter anderem bei seinen Bürgern leiht um seinen Staatshaushalt stemmen zu können. Im Gegenzug bietet er Inflationssicherheit, weil die Zinsausstattung der Papiere und ihre Rückzahlung an das Auf und Ab der Inflationsrate gekoppelt, also verlinkt ist. Deshalb heißen sie auch Linker, und von denen gibt es derzeit eine Bundesobligation mit einer Restlaufzeit von knapp fünf Jahren und eine Bundesanleihe mit knapp acht Jahren.
Der kleine Haken daran: Die Papiere schützen zwar die Kaufkraft des Vermögens, mehren es aber kaum. "Wer davon ausgeht, dass die Teuerungsrate wieder zurückgeht, solle sich keinen Linker anschaffen. Wer meint, sie bleibe auf hohem Niveau, sollte kaufen", sagt Schutzgemeinschaft Cabras.
Immobilieninvestment zählen ebenso zu den klassischen Fluchtburgen, um beschleunigte Geldentwertung auszugleichen. Der Kauf von Anteilen an einem offenen Immobilienfonds sei tatsächlich ein "schöner Inflationsschutz", meint Zinsexperte Beck vom Münchener Institut für Vermögensaufbau. Auch die Fachleute der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz halten Investments in einen guten deutschen Immobilienfonds mit Renditen um die 5 Prozent für sinnvoll.
Weit kritischer seien derzeit Geldanlagen in Gold, dem angeblich stets sicherer Inflationshafen - beispielsweise mit einem börsengehandelten Goldfonds. Doch in der Rohstoffhausse der vergangenen Monate ist Goldpreis schon weit in die Höhe geschossen. "Brechen die Kurse jetzt ein, müssen Anleger mit schmerzlichen Verlusten rechnen", sagt Schutzgemeinschafts-Experte Cabras.
Und pures Gold zu kaufen, etwa in Form von Barren oder Münzen, halten Experten für besonders riskant. "Das wirft nichts ab, wenn ich es zu Hause habe. Viele Sparer sind aber darauf angewiesen, dass monatlich was bei der Geldanlage rumkommt", sagt Andrea Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Außerdem sei der Ankauf puren Goldes sehr teuer.

Quelle: http://www.manager-magazin.de