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Die Rettung des Finanzsystems?

Mittwoch, 29. Juni 2011, 20:35
von Miriam Kraus

An der Ausgangslage der Griechen ändert sich so bald nichts - das sollte jedem klar sein. Zumindest sofern wir die griechische Wirtschaft nicht doch noch mit irgendwelchen Konjunktur-Stimuli ankurbeln (was aber auch nur dann wirklich Sinn machen würde, wenn die Griechen es tatsächlich endlich auf die Reihe kriegen, Korruption und Steuerhinterziehung zu bekämpfen und eine ganze, noch übrig gebliebene Latte, an unsinnigen Gesetzen los zu werden).

Aber es geht ja auch eigentlich gar nicht um Griechenland! Es geht ja, wie immer, nur um unser mordlustiges und selbstmordgefährdetes Finanzsystem. Sie wissen ja, wovon ich spreche! Ich spreche von gefährdeten und zu rettenden Banken, ich spreche von Flächenbrandängsten und nicht zuletzt vom unregulierten CDS-Markt. Wir haben über die CDS schon öfter gesprochen und sehr oft während der letzten Finanzkrise, aber noch mal zur Wiederholung: CDS, oder Kreditausfallversicherungen schützen einen Käufer vor dem Zahlungsausfall eines Kreditnehmers. Also im konkreten Beispiel: wird Griechenland offiziell als pleite eingestuft, dann bekommt der CDS-Käufer seine Entschädigung vom Verkäufer der CDS. Für diese Absicherung zahlt er einen bestimmten Zins an den Verkäufer.

Die Sache ist die: auch wenn unsere Banken (vermutlich mit Ausnahme der griechischen) einen Griechen-Default überleben sollen könnten (bezogen auf ihr Engagement in Griechen-Bonds) bzw. sich die Rettungen in Grenzen halten sollten, haben wir leider alle keine Ahnung, mit welchem Volumen wir bei Griechen-CDS rechnen müssen. Die Schätzungen reichen von 5-80 Milliarden US-Dollar, die BIZ spricht von möglicherweise bis zu 34 Milliarden US-Dollar. Aber genau, weiß es keiner. Und was wir alle auch nicht wissen, ist, bei welchen Banken eigentlich die größten Risiken versteckt sind. Allerdings wissen wir, dass vor allem US-Banken am stärksten im CDS-Geschäft verwickelt sind.

Die Angst des Bankers

Tja, Deutsche-Bank-Häuptling Ackermann erinnert sich noch ganz genau an die Finanzkrise. Mittendrin steckten auch damals die relativ undurchsichtige Finanzderivate, wie die CDS. Obwohl, und das muss ich jetzt wirklich sagen, damals ganz andere Knallbonbons noch viel gefährlicher waren und Kreditausfallversicherungen durchaus ein wichtiges Instrument der Finanzmärkte sind und somit ihre Berechtigung haben...was den Markt vor allem gefährlich macht, auch in psychologischer Hinsicht, ist schlichtweg seine mangelnde Transparenz.

Na ja, nichts desto trotz, der undurchsichtige CDS-Markt treibt vermutlich nicht nur Ackermann ein Schweißperlchen auf die Stirn....

...und liefert doch so gute Gründe für die große Krisenangst der EZB, der Banken und sogar der FED. Denn würde man die Griechen in die Insolvenz ziehen lassen, könnten die Auswirkungen im CDS-Markt doch stärker sein, als man sich das erhofft und es könnte natürlich zu Panikreaktionen kommen, mit steigenden Zinsbelastungen für weitere Staaten, weiteren Insolvenzen, weiteren Zahlungsverpflichtungen im CDS-Markt, erneut einer Welle an Pleite-Banken und einer erneuten Finanzkrise, die aber keineswegs regional beschränkt bleiben dürfte.

Das heißt nicht, dass die Angst der Banken tatsächlich begründet ist, es heißt aber auch nicht dass sie unbegründet ist...eigentlich heißt es nur, dass das Finanzsystem nach wie vor auf tönernen Füßen herumwackelt und nach wie vor keine Ahnung hat, von dem, was es eigentlich tut, geschweige denn, wo, welche Risiken vorhanden sind und wie hoch diese überhaupt sind. Na ja, dann ist ja alles wie immer..

So long liebe Leser...na ja, so lange die Rating-Geier mitspielen, dürften sich die deutschen Banken wohl dem Rollover-Konzept der französischen Banken anschließen...bleibt nur zu hoffen, dass sich, vielleicht in Griechenland (schön wär's ja), aber vor allem in den anderen Sorgen-Staaten irgendwie die Situation verbessert...zumindest haben wir ihnen ja ein bisschen Zeit erkauft....noch was anderes: wie Sie bemerkt haben, konnte ich mich auch heute (einmal mehr) nicht vom Griechenland-Thema losreißen, weshalb ich den versprochenen Beitrag zum Erdöl noch einmal verschieben muss...und noch mal zurück zum Thema: wenn wir ganz großes Glück haben, dann ändert sich vielleicht auch was im suizidalen Killer-Finanzsystem...aber das wird wohl eine Utopie bleiben...liebe Grüße und bis morgen...

Ihre Miriam Kraus

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » http://www.investor-verlag.de