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Schlimmer geht’s immer...

Samstag, 03. September 2011, 07:49
von Miriam Kraus
Wenn man von der Politik und den Banken dieser Tage etwas lernen kann, dann mit Sicherheit, dass es immer auch noch schlimmer werden kann. In Euroland ist jedenfalls absolut nichts unter Kontrolle, den Banken hilft es auch nicht mehr, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen und in den USA geht sowieso nichts mehr.

Hellas ist wieder da

Natürlich ist Ihnen liebe Leser, genauso wie mir, schon seit langem klar, dass Eurolands Probleme trotz (und auch gerade wegen) aller Beschlüsschen der Volksvertreter, keineswegs einfach so verschwinden werden. Und natürlich sind wir uns dessen bewusst, dass die griechische Wirtschaft enorme Probleme hat, die sich weder mit Geldtransfers und schon gar nicht mit den Forderungen nach immer weiteren Sparplänen beheben lassen.

Somit gehe ich davon aus, dass es Sie genauso wenig wie mich überrascht, dass Griechenland weder seine Sparziele erreicht, noch in der Lage ist, seine Wirtschaft zu stützen. Schätzungen des griechischen Parlaments zufolge, dürfte sich das griechische Haushaltsdefizit, anstelle bei anvisierten 7,5% vom BIP, eher im Bereich um 8,8% befinden. Viel schlimmer ist allerdings, dass die griechische Wirtschaft in diesem Jahr, nach Schätzungen des griechischen Finanzministers, um 5% schrumpfen wird. Nach einem Wachstumseinbruch von 4,5% im vergangenen Jahr.

Doch wie gesagt...diese Entwicklung überrascht mich nicht. Denn - das habe ich immer wieder betont - das grundlegende Problem der Griechen ist nicht deren Schuldenlast, sondern deren schwache Wirtschaftskraft und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Die griechischen Staatsschulden, gemessen am BIP, sind hoch...doch diese Schuldenlast ließe sich sehr rasch senken, wenn das BIP angehoben werden könnte. (was zugegeben verflixt schwierig ist...). Schließlich haben die Griechen vor allem ein Problem auf der Einnahmenseite. Ein Problem das sich mit Sparplänen, dadurch bedingtem weiter sinkendem Wachstum und hohen Arbeitslosenzahlen, nicht lösen lässt. Aber na ja, lassen wir das...ich will mich ja nicht ewig wiederholen.

Interessant ist dagegen nur eines: mittlerweile haben auch die Volksvertreter und andere Offizielle gemerkt, dass es Griechenland immer schlechter, anstatt besser, geht!

Die griechische Tragödie

Offenbar muss die gegenwärtige Situation in Griechenland, die Vertreter der Troika derartig traurig gemacht haben, dass sie Hals über Kopf das Land wieder verlassen haben. ;-) Nein, ganz im Ernst, es macht nicht gerade den besten Eindruck, wenn die Vertreter der Troika, die darüber entscheidet, ob die Griechen bis zum Monatsende ihre dringend benötigte nächste Kredittranche erhalten, das Land vorzeitig wieder verlassen, während zeitgleich deutlich wird, wie schlimm es um das Land tatsächlich bestellt ist.

Da stellt sich nicht nur die Frage, ob die Troika noch mit den Griechen kann, sondern auch, ob die drei Troika-Mitglieder noch am gleichen Strang ziehen. Medienberichten zufolge scheint jedenfalls der IWF mit so einigen Euroland-Zickereien nicht gut zurecht zu kommen. Zum Beispiel mit dem Sonderwunsch nach Sicherheiten, wie ihn die Finnen an die Griechen gestellt haben.

Nun ja, auch wenn sie sich am Ende des Monats zur nächsten Zahlung zusammenreißen, wird vor allem eines immer deutlicher: die Uneinigkeit in der Eurozone bzw. zwischen allen Verantwortlichen raubt nicht nur deren Glaubwürdigkeit, sondern verschärft die Probleme immer weiter und weiter und weiter...und macht erst Recht deutlich: aus der griechischen Tragödie ist längst eine europäische geworden.

Derweil bei den Banken...

...probt man die Verharmlosung, schreibt längst nicht alle Griechen-Risiken ab und will von den Warnungen des IWF so gar nichts wissen. Der hatte nämlich unlängst klar gestellt, dass die europäischen Banken sich lieber mal schleunigst 200 Milliarden Euro zusammen sammeln sollten. Banken und Volksvertreter wehren sich, so hoch sei der Kapitalbedarf ja gar nicht.

Nun, das kommt darauf an....und zwar darauf, ob das mit Euroland noch was wird oder nicht. Denn sollte es weiterhin nichts werden, könnten die Banken durchaus doch noch gezwungen sein, alle ihre Euro-Schuldenstaaten-Anleihen auf den aktuellen Marktwert abschreiben zu müssen.

Andererseits kann ich die Verharmlosungstaktik von Banken und Volksvertretern durchaus verstehen. Denn schließlich haben ja derzeit weder die klammen Staaten, deren Banken am meisten betroffen sind, noch die Banken selbst (ohne interessierte Investoren), das nötige Kleingeld um das Kapital der Banken aufzustocken.

Und so lange die Ausweitung des EFSF noch an so vielen unterschiedlichen Meinungen und nationalen Interessen vorbei muss...hält man eben lieber mal still und setzt das Pokerface auf.

Das Pokerface...

...versuchen auch die Amis aufrecht zu erhalten, denen der Arbeitsmarkt und überhaupt die Konjunktur davon schwimmt (und über deren Haupt im Übrigen auch das Damoklesschwert einer möglichen europäischen Bankenkrise schwebt) und die nun einen lustigen Ablenkungsversuch gestartet haben.

So will die US-Regierung nun die Banken verklagen, weil die doch glatt Fannie und Freddie Ramsch-Hypothekenpapiere verkauft haben.....;-)))....Die US-Häuptlinge brauchen offenbar dringend Geld und scheinen überdies unter Gedächtnisverlust zu leiden. Sonst wüssten sie wohl auch, dass der Aufkauf dieser verbrieften Hypotheken zum Geschäftsmodell der unter Staatsgarantie stehenden Finanzierer gehört hatte. Mehr noch: Fannie und Freddie gab es einzig und allein aus dem Grund, damit auch US-Bürger, die von keiner Bank einen Kredit für den Kauf eines Eigenheims bekommen hätten, in den Genuss eines solchen kommen konnten. Mit anderen Worten: Fannie/Freddie und der Staat haben die US-Immobilienblase nicht nur befeuert, sondern höchstselbst erst möglich gemacht und damit auch die unweigerliche Krise.

Aber na ja, so ist das eben...was gehen Politiker schon die Fehler von gestern an, bzw. die der Vorgänger-Häuptlinge?!

So long liebe Leser....mal abgesehen davon, dass die Banken natürlich ihren Teil der Schuld an dem Schlamassel tragen, in dem wir heute noch stecken, trägt die Hauptverantwortung - und das darf ich jetzt wirklich mal so sagen - die Politik...in Euroland war es der verfehlte Übereifer, die viel zu rasche Ausweitung der Eurozone und der Irrglaube man sei unantastbar...in Amiland war und ist es die Fehleinschätzung der eigenen Wirtschaftskraft, der Sonderstatus des US-Dollar (ja, zu viel Macht verführt und nicht immer ist das Ende positiv) und der Irrglaube man sei unantastbar....doch, keine Sorge, die verantwortlichen Lenker und Entscheider sind kaum irgendwo viel besser...auch die Schweizer müssen gerade schmerzhaft lernen, dass ihre Notenbank an Glaubwürdigkeit einbüßt...aber nun höre ich wirklich auf für heute, denn ich gewinne schon langsam selbst den Eindruck als gäbe es gar nichts Positives mehr zu berichten...deshalb schau ich mir auch jetzt meine Goldmünzen an...das baut mich einfach immer wieder auf...und nicht nur weil der Preis schon wieder fröhlich steigt, sondern einfach, weil man mit Gold (oder Land), ganz unabhängig vom Preis, langfristig gesehen nie etwas falsch machen kann....am kommenden Montag gibt es dann den ausführlichen Wochenrückblick in der gewohnten Form, den ich Ihnen heute leider noch nicht präsentieren konnte, da ich noch einiges aufzuarbeiten habe...somit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch ein schönes und erholsames Wochenende...liebe Grüße..

Ihre Miriam Kraus

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » http://www.investor-verlag.de