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Eine Rezession mit zwei Tälern oder echtes wirtschaftliches Wachstum?

von Bill Bonner
Liebe Leserin, lieber Leser,
Nun, letzten Endes ist es doch eine neue Welt.
Vielleicht liege ich ja falsch. Vielleicht haben die populäreren Wirtschaftswissenschaftler ja doch Recht.
Wie Sie wissen, waren sie bislang eigentlich nur gut darin, zu erklären, warum die Vorhersagen, die sie in der Vergangenheit gemacht haben, nicht funktioniert haben. Aber vielleicht haben sie nun ja doch Recht. Vielleicht IST aufwärts wirklich abwärts. Vielleicht IST besser wirklich schlechter. Vielleicht kann man Billionen von Dollar ausgeben und am Ende trotzdem mehr haben.
Für mich ist das alles zu viel. Mein Kopf schmerzt, wenn ich darüber nachdenke. Aber da ist es wieder, gleich auf der Titelseite der Wochenend-Nachrichten:
Amerikanisches Wachstum beschleunigt...", verkündet der International Herald Tribune.
Gleich vor meiner Nase in schwarz auf weiß. Und es muss stimmen. Die Zeitungen würden doch nicht lügen, oder? Und die Wirtschaftswissenschaftler, die die Zahlen für die amerikanische Regierung manipulieren, würden doch nicht absichtlich eine falsche Meldung herausgeben, oder?
Nein, sowas passiert nie. Aber wie ist es dann möglich, dass eine Wirtschaft unmittelbar nachdem sie nur wenige Punkte vom amerikanischen Bruttoinlandsprodukt verloren hat, gleich wieder zu Wachstumsraten aus der Blasenära zurückkehrt. Wir wissen doch alle, dass es eine Kreditblase war, oder? Wir wissen alle, dass es so nicht weitergehen konnte, oder? Wir wissen auch alle, dass der Treibstoff für das Wachstum - die schäumenden Gase, die aus den Banken und dem Immobilienmarkt geströmt sind - verschwunden sind.

Woher kommt dieses Wachstum also?
Am Freitagvormittag vergangener Woche, war der Aktienmarkt ganz aufgeregt aufgrund der Wachstumszahlen, die stärker als vorhergesagt ausgefallen waren. Gleichzeitig kam die Nachricht, dass Ben Bernanke weitere vier Jahre im Amt bleiben würde. Der Dow ist daraufhin um mehr als 100 Punkte gestiegen. Aber am Nachmittag fingen die Anleger schon wieder an, Fragen zu stellen.
Wenn die Wirtschaft sich wirklich erholt, wird die Regierung womöglich ihre Konjunkturprogramme einschränken...
Wenn die Wirtschaft wirklich aufheizt, ist es dann nicht möglich, dass all das Geld und die Kredite, die durch die Krise eingefroren sind, wieder auftauen? Erhöht das nicht die Wahrscheinlichkeit einer Inflation - und höherer Zinssätze von der amerikanischen Zentralbank?
Wenn die Regierung den Gürtel enger schnallt, wird die amerikanische Wirtschaft dann nicht in die zweite Phase einer Rezession in Form eines W zurückfallen... genau wie Paul Krugman sagt?
Bei Geschäftsschluss hatte der Dow an diesem Freitag 53 Punkte verloren, weswegen ich anfing zu glauben, dass der letzte Schubs in Richtung Tal begonnen hat. Selbst die guten Nachrichten können das nicht ändern. Wenn ein Wachstum von 5,7% - nach dem schwersten Einbruch seit den Dreißigern - die Anleger nicht in Aufregung versetzt, dann stimmt etwas nicht.

Einen Augenblick noch...
Der größte Anstieg der Wirtschaftsaktivität", fährt die New York Times fort, kam, weil die Unternehmen ihre Bestände unverkaufter Güter so viel langsamer verkauft hatten, als in den früheren Jahren..."
Mit anderen Worten, kam es zu dem Wachstum", weil die Unternehmen ihre Regale schneller wieder aufgefüllt hatten. Also steht heute mehr auf den Regalen, was man kaufen kann. Hmmm, ich frage mich, ob es verkauft wird.
Die einzige Möglichkeit, echtes, ausdauerndes Wachstum zu erzeugen, ist mit einer Erholung am Arbeitsmarkt - und mit Einnahmen. Betrachtet man die Sache im Ganzen, haben die Amerikaner im Jahr 2007 einen gewissen Geldbetrag verdient. Dann stellten sie fest, dass vieles von dem, was sie taten, nicht wert war, getan zu werden. Sie haben beispielsweise Häuser für Leute gebaut, die sich diese Häuser nicht leisten konnten. Und sie haben Geld ausgeben, dass sie aus ihren Häusern ABGESCHÖPFT" haben. Als der Gipfel erreicht war, kam ein entscheidender Teil des Bruttoinlandsprodukts - und praktisch das GESAMTE Wachstum - aus diesen Quellen.
Das Geld ist verschwunden. Die Leute werden nicht dafür bezahlt, dass sie Häuser bauen, die niemand mehr kaufen will. Und die Läden verkaufen nicht mehr an Menschen, die mit Geld aus Hypotheken auf den Eigenkapitalanteil ihrer Häuser bezahlen. Sie haben bereits so viel abgeschöpft, dass heute nichts mehr übrig ist. Oder weniger als nichts. Viele Hausbesitzer haben einen negativen Eigenkapitalanteil an ihren Häusern.
Was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Leute weniger verdienen, weniger leihen und weniger ausgeben. Was bedeutet es außerdem? Ein großer Teil der Wirtschaft aus den Jahren 2003 bis 2007 war trügerisch - da exzessive Verbraucherkredite die wahre Kaufkraft verschleierten. Dieser Teil der Wirtschaft ist nun verschwunden. Gleiches sollte für diesen Anteil am Bruttoinlandsprodukt gelten. Der Theorie zufolge, sollte das Bruttoinlandsprodukt einbrechen und dort bleiben, bis neue Industrien, Geschäfte und Stellen gefunden wurden.

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » http://www.investor-verlag.de