StartseiteAllgemeinesBeständeAnlageformenAnalysenWissenswertesChartsHandelBlog

Wissenswertes:

Silber (Archiv)

Allgemeines über Edelmetalle

Papiergeldsystem

Erklärungsbegriffe

Krisenvorsorge

Krisenvorsorge:

Beiträge zur Krisenvorsorge

Beiträge zur Krisenlage

Beiträge zur Krisenbegriffe

Beiträge zur Krisengeschichten

Allgemein:

Startseite

News (RSS)

Link´s

Sitemap

Kontakt

Disclaimer

Ein Redakteur packt aus Seit 9/11 keine freie Recherche mehr!
von Rolf Finkbeiner

Durch Zufall kam ich in Kontakt mit einem Redakteur, der eine Art "Doppelleben" führt. Zum einen leistet er redaktionelle Arbeit für kleine bis sehr namhafte Kunden. Zum anderen ist er selbst aufklärend tätig mit einem eigenen Blog.
Die Informationen, die er preisgibt, sprechen Bände und sind höchst brisant. Er sagt klar, dass seit dem 11.09.2001 die früher übliche recherchierende redaktionelle Arbeit durch eng vorge-gebene Propaganda ersetzt wurde. Hierbei wird deutlich, warum wir es in der Mainstream-Presse nicht oder erst immer sehr spät mit der Wahrheit zu tun haben. Sie als Hartgeld.com-Leser kennen das: Herrn Eichelburgs Aussagen wer-den erst Monate später in den Medien bestätigt. Nicht weil diese Situationen dann erst eingetreten wären, sondern weil diese Informationen vorher nicht öffentlich werden sollen. Das nachfolgende Interview wurde am 28.11.2008 geführt. Der Redakteur möchte dabei - aus ver-ständlichen Gründen - anonym bleiben:

Wahrheiten.org: Hallo Fxxxxx, Du arbeitest als Redakteur in einem Redaktionsbüro. Wie groß ist Euer Team und welche speziellen Dienstleistungen erbringt Ihr für Eure Kunden?

Wir haben derzeit vier feste Redakteure (plus Chefredakteur), zwei Redaktionsassistenten und, je nach Auftragslage, einige freie Mitarbeiter. Nicht zu vergessen: Ein Volontär und derzeit zwei Praktikanten sind auch mit im Boot. Ich stelle es mal geschlechterübergreifend dar. Die Geschlechterverteilung ist ausgewogen mit einem leichten quantitativen Vorteil im männlichen Bereich (Fxxxxx grinst beim letzten Satz wie ein kleiner Macho). Das Team ist allerdings im Laufe der Jahre deutlich kleiner geworden. Wir waren zu Hoch-zeiten einmal über zwanzig Leute in Festanstellung. Was die Aufgaben/Dienstleistungen angeht: Wir liefern Zeitungs-, Zeitschriften- und Inter-netverlagen Textmaterial für ihre diversen Publikationen, insbesondere was den Nachrich-tensektor angeht. Früher hatten wir noch eine interne Bildredaktion, um Bildmaterial zu beschaffen und zu liefern. Die existiert allerdings nicht mehr. Ein weiterer Bereich besteht eigentlich noch darin, Recherchen durchzuführen - unabhängig vom Textmaterial oder in Verbindung damit. Eigentlich...

Habt Ihr namhafte Kunden, kannst Du ein paar Referenzen nennen?

Im Grunde genommen arbeiten wir mit allen Verlagen zusammen, die externes Material benötigen – und das sind einige. Namhafte Kunden sind selbstverständlich auch darunter. Namen möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht benennen. Von der kleinen Zeitung bis zum großen Nachrichtenmagazin ist so ziemlich alles dabei. Such´ dir einfach ein paar Publi-kationen aus - irgendetwas ist ganz sicher dabei. Unsere Kunden findest du zu über neunzig Prozent im deutschsprachigen Raum, wir arbeiten aber auch gelegentlich mit Kunden in Großbritannien oder den USA zusammen.

Wie sieht ein durchschnittlicher Tagesablauf bei Dir aus? Was passiert nach dem Frühstück?

Frühstück? Meist frühstücke ich gar nicht oder unterwegs. Keine Zeit, kein Geld (Fxxxxx lacht). Im Büro angekommen, gibt es allmorgendlich eine kurze Redaktionssitzung. Die Aufgaben-bereiche werden verteilt, die schriftlichen Kundenbriefings mit der genauen Aufgabenstel-lung gibt es dazu. Fragen, Rückfragen, schneller Gedankenaustausch. Je nachdem, welche Aufträge neu reingekommen oder noch nicht abgeschlossen sind, wird es dann entweder hektisch oder eher gemütlich. Seit ein paar Jahren geht es meist ruhiger zu. Der Kaffee ist natürlich schwer danon fertig. Die Praktikanten wollen schließlich auch beschäftigt sein (Fxxxxx hat ein Schmunzeln im Ge-sicht). Dann wird anhand des Briefings der jeweilige Text erstellt. Von der Meldung (über den Ticker – von uns weiterverarbeitet) bis hin zur Reportage ist eigentlich alles dabei. Zwischendurch kurze Mittagspause (manchmal), ein paar Telefonate, Gedankenaustausch mit den Kollegen etc. Früher warst du z.B. für Reportagen noch unterwegs, das kommt heu-te aber fast nur noch bei "kleineren" Kunden vor, wobei die oft die damit verbundenen Kos-ten scheuen und auf die "Retorte" zurückgreifen. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht. Oft sitze ich bis spät in die Nacht noch im Büro, kann dort inzwischen aber auch viel privat erledigen. Bis vor ein paar Jahren haben wir noch in Schich-ten gearbeitet, das ist aber vorbei. Nur noch eine Schicht, die manchmal aber kein Ende findet. Dauerschicht (Fxxxxx lacht dabei zynisch).

Wenn nun ein Kunde eine Aufgabenstellung verlangt, wie kommst Du an Hintergrundmaterial? Wie und wo recherchierst Du darüber?

Jetzt betrittst du gerade einen etwas kritischen Bereich (Fxxxxx fasst sich grübelnd an den Kopf). Früher hat man noch recherchiert und das Hintergrundmaterial für die Artikel zum Teil selbst beschafft. Das entfällt inzwischen komplett. Hintergrundmaterial und Quelle/n bekommen wir vom Auftraggeber gleich mitgeliefert. Bei namhaften Kunden findest du im Briefing meist einen Vermerk wie "Material anbei, keine Recherche, nur Text!" o.ä. Unser Chefredakteur hebt diese Passagen dann meist noch hervor oder drückt zusätzlich einen entsprechenden Stempel drauf. Er muss schließlich sei-nen Allerwertesten hinhalten, wenn sich der Kunde hinterher beschwert, dass wir nicht le-sen konnten.
Je "unbedeutender" der Kunde ist, desto mehr Freiräume haben wir in der Regel.

Wie, die Quellen werden mitgeliefert, führst Du selbst keine Recherchen mehr durch?

Wie gesagt: Bei namhaften Kunden, insbesondere der Massenmedien, werden uns eigene Recherchen sogar meist strikt untersagt. "Quellen" gibt es eh ganz selten, meist ist es nur eine einzige Quelle, die fix und unantast-bar ist. Die Vorgaben sind in solchen Fällen dann extrem eng gefasst, um es vorsichtig und höflich auszudrücken. Das unterscheidet uns aber nicht wirklich von den Stammredakteu-ren der Verlage. Auch die haben sich an feste Vorgaben zu halten und Recherchen sind dort nur möglich, wenn sie sich innerhalb dieser Vorgaben bewegen.

Das klingt, als wärst Du nur ein besserer Ghostwriter. Was passiert, wenn Du dennoch eigene Nach-forschungen anstellst und diese mit einfließen lässt in das Ergebnis?

Dann ist unser Büro entweder den Kunden los, ich meinen Job oder beides (Fxxxxx hat ei-nen sorgenvollen Blick). Die von uns gelieferten Texte werden von den größeren Redaktionen innerhalb der Verlage eh nochmals redigiert. Wir sagen immer "zensiert", weil dort genau das passiert: Eine Zen-sur findet statt. Regelrechte "Zensurabteilungen" sind dort vorhanden. Bis du auch nur leicht von den Briefing-Vorgaben abgewichen oder hast gar eigene Meinun-gen, Ansichten, Anmerkungen o.ä. mit einfließen lassen, wird das herausgefiltert. Es heißt ja immer, journalistische Texte sollten frei von eigenen Meinungen sein, einmal abgesehen von Kritiken, Glossen, Kommentaren oder speziellen Kolumnen. Das ist natürlich Blödsinn, weil jeder Artikel entweder Meinungen enthält oder bestimmte Meinungen bilden soll. Meist ist es eine Verknüpfung.

Also sind Meinungen der Journalisten gar nicht auszuklammern?

Gerade Reportagen stecken voller Meinungen, weil es gar nicht anders gehen würde. Wenn du aber deine eigenen Ansichten in einen solchen Artikel steckst und nicht die Meinungen, die laut Vorgaben transportiert werden sollen, störst du das ganze System und bekommst Probleme. Was die Zensur angeht, erkennst du oft deinen eigenen Text gar nicht wieder und fragst dich dann, warum die uns überhaupt beauftragt und nicht gleich alles selbst geschrieben haben. Die Erklärung ist meist im Personalmangel zu finden. Die internen Redaktionen der Zeitungen und Zeitschriften werden immer stärker rationalisiert. Teilweise findest du dort gar keine richtigen Redakteure mehr, sondern nur noch Volontäre oder Redaktionsassisten-ten. Die verwalten dann im Prinzip die Redaktion und externe Büros übernehmen die ei-gentliche Arbeit. Richtige Vollredaktionen findest du eigentlich nur noch bei den ganz Gro-ßen. Der Begriff "Ghostwriter" passt übrigens prächtig (Fxxxxx lächelt dabei anerkennend). Wir arbeiten im Hintergrund und niemand erfährt, dass viele Artikel, die du tagtäglich lesen kannst, vielleicht im Kern eigentlich von uns stammen oder von Kollegen aus anderen Pres-se- oder Redaktionsbüros (Fxxxxx hat einen Gesichtsausdruck gemischt aus Stolz und Anwi-derung).
Das wird von den Vollredaktionen der Verlage und den dort sitzenden Redakteuren zwar immer wieder gern bestritten, das ändert aber nichts an den Fakten. Rühmen können wir uns damit allerdings auch nicht wirklich, weil die Texte durch die Vorgaben inzwischen oh-nehin austauschbar geworden sind. Mit Kreativität hat das nichts mehr zu tun. Vielleicht sind wir daher nicht einmal richtige "Ghostwriter", sondern eher bessere "Sekretäre". Das würde jedenfalls auf den Bereich der Massenmedien zutreffen.

Das bedeutet, Deine Arbeit wird regelrecht zensiert?

So ist es – und nicht nur meine.

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein durchschnittliches Redaktionsbüro seit jeher nur auf diese Weise „Auftragsarbeit„ abliefert. Seit wann ist das denn so?

Ich arbeite jetzt seit Ende der 90er-Jahre für dieses Redaktionsbüro. Am Anfang war alles noch so, wie man es sich vorstellt: Kurzes Briefing, Gespräche mit dem Auftraggeber, eigene Konzepte dazu erarbeiten und umsetzen, viel Freiraum, eigene Recherchen, eigene Quellen, Prüfung der Quellen, Rückfragen, Interviews selbst durchführen, viele Telefonate, umher-reisen u.s.w. Das volle Programm eben (Fxxxxx hat einen fast sehnsuchtsvollen Gesichts-ausdruck). Seit dem 11. September 2001 ist alles plötzlich ganz anders. Das kam zwar nicht von heute auf morgen, aber innerhalb weniger Monate änderte sich alles. Das bezog sich zunächst nur auf die ganz Großen der Branche und arbeitete sich immer weiter nach unten durch. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, der uns nur noch bei ganz kleinen Fischen Frei-räume lässt. Wenn du über den Wochenmarkt im Stadtteil X was schreiben sollst, kannst du machen, was du willst. Das interessiert niemanden. Sobald du aber über den regionalen Be-reich hinausgehst oder bestimmte Grenzen innerhalb der Region überschreitest, ist es vor-bei mit Kreativität und Arbeitsfreiheit (Fxxxxx ist sichtlich wütend). Natürlich kann ich an dieser Stelle nicht für alle Presse- oder Redaktionsbüros sprechen. Da mag es durchaus Abweichungen geben. Aber von Kollegen aus anderen Büros habe ich ei-nen ziemlich ähnlichen Ablauf mitbekommen.

Aus welchen Branchen sind denn die meisten Auftraggeber? Gibt es Unterschiede in den Vorgaben der Branchen?

Unser Schwerpunkt liegt im Nachrichtenbereich. Wie bereits erwähnt, sind unsere Haupt-kunden Zeitungs-, Zeitschriften- und Internetverlage oder eigenständige Groß- und Vollre-daktionen. Hinzu kommen noch ein paar Großunternehmen, die für ihre Kunden- oder Mi-tarbeiterzeitschriften Material benötigen. Manchmal verfassen wir auch Pressemitteilungen o.ä., was eigentlich schon in den PR-Bereich vordringt. Die Grenzen sind da inzwischen flie-ßend. Genau genommen ist das, was du morgen wieder in der Zeitung liest, nichts anderes als PR.

Gibt es auch noch Auftraggeber, die offene Fragen stellen und Euch tatsächlich eine Recherche ab-verlangen?

Wie gesagt: Im unteren Segment sind Recherchen bis zu einem gewissen Punkt noch mög-lich und werden auch in Auftrag gegeben oder sind ohnehin mit den Textarbeiten verbun-den. Ab einer bestimmten Grenze ist dann Recherchestopp angesagt. Was die "offenen Fragen" angeht: Wenn du damit die nicht beantworteten Fragen hinsich-tlich des Weltgeschehens meinst, wird unter der Hand schon gefragt und spekuliert, oft auch gewusst. Antworten werden allerdings nicht erwartet – schon gar nicht auftragsbe-dingt. Da gibt es keine offenen Fragen, nur festgelegte Antworten. Falls du mit "offenen Fragen" meinst, ob man Antworten auf die Fragen erhält, warum man nicht mehr recherchieren soll oder darf und warum man Hintergrundmaterial nur noch sehr selten beschaffen kann, sieht es sehr ähnlich aus. Fragen darfst du, Antworten kannst du al-lerdings nicht erwarten. Und wenn deine Fragen zu bohrend werden und du nicht locker lässt, bist du innerhalb von wenigen Minuten Ex-Redakteur oder Ex-Journalist. Das geht dann sehr schnell. Und danach bekommst du als Journalist natürlich keinen Fuß mehr auf festen Boden (Fxxxxx hat einen sehr ernsten Blick).

Nochmal zur Zensur zurück: Was weißt Du über diese „Zensurabteilungen„ bei Deinen Auftragge-bern? Sind diese wiederum von irgendwelchen Lobbyverbänden oder Werbekunden abhängig? Wer sagt denen, was erlaubt und was verboten ist?

Im gedruckten Bereich, ob Zeitungen oder Zeitschriften, läuft ohne Werbekunden gar nichts. Das gilt inzwischen in einem bestimmten Rahmen auch für die Internetpublikationen der Verlagshäuser. Wer behauptet, dass dadurch keine klaren Abhängigkeitsverhältnisse entstehen würden, hat das Geschäft nicht verstanden. Keine Werbung – keine Publikation. So einfach ist das. Je einflussreicher der Werbekunde, desto größer das Mitspracherecht. Das wird zwar von den dort angestellten Journalisten oder den freien Mitarbeitern stets als Unfug abgewie-gelt, aber allein die Logik spricht eine andere Sprache. Wenn ich einen großen Konzern be-sitzen würde und regelmäßig für viel Geld Anzeigen bei dir schalten ließe, würdest du mir dann mit deinen Artikeln in die Quere kommen wollen und damit riskieren, dass ich ab-springe und mit mir und durch meinen Einfluss diverse andere Kunden gleich mit? Die einzelnen Publikationen und deren Journalisten stecken somit in einem echten Dilem-ma. Eine "freie" Presse ist unter solchen Gesichtpunkten illusorisch und unabhängige Jour-nalisten kann es gar nicht geben. Die hat es auch nie gegeben. Wer denen sagt, was sie zu publizieren haben und wie das auszusehen hat, dürfte danach klar sein: Der ganze Medienbereich wird nicht nur von den Unternehmen finanziert, er ge-hört ihnen sogar. Direkt oder indirekt.
Nicht allein durch Werbeschaltungen gewinnen insbesondere Großunternehmen, Banken oder Versicherungen an Einfluss, sondern zusätzlich durch diverse Finanzspritzen. Da wird dann mal eben die neue Computerausstattung gesponsert, der Fuhrpark, das Redaktions-gebäude, die Verlagsausstattung, das neue Haus vom Chefredakteur (oder gar vom Verlags-leiter) oder was auch immer.
Wer dann wiederum diese Medienunternehmen besitzt und somit die meinungsbildenden Machtinstrumente an sich, lenkt am Ende die Geschicke des Weltgeschehens. Eigentlich ei-ne ganz einfache Rechnung.

Deine Aussagen klingen ziemlich übel, von freier Presse kann dabei ja wirklich nicht mehr die Rede sein. Leider wissen das die Leser wohl nur in den seltensten Fällen. Wie wird das Deiner Ansicht nach in der Zukunft weitergehen, gibt es einen Trend, den Du beobachtest, wird es schlimmer?

Es wird definitiv schlimmer werden. Im Prinzip stehen wir ja erst am Anfang der Umwälzun-gen. Seit 2001 sind gerade einmal sieben Jahre vergangen. Da ist zwar schon eine ganze Menge passiert, aber wenn du bedenkst, welche Maßnahmen noch in Planung sind bzw. gerade umgesetzt werden (siehe BKA-Gesetz, Auflösung des Datenschutzes, drastische Ein-schränkung der Presse- und Meinungsfreiheit, Aufweichung der Versammlungsfreiheit und des Demonstrationsrechtes, biometrische Ausweispapiere etc.), steckt das alles fast noch in den Kinderschuhen. Oder, um es anders auszudrücken: Wir kommen gerade in die Pubertät und wie unbere-chenbar die ist, sollten wir eigentlich alle noch wissen (Fxxxxx schaut einigermaßen angewi-dert). Allerdings waren Presse- und Meinungsfreiheit schon von jeher nie wirklich vorhan-den. Die Freiheit hörte und hört dort auf, wo Machtinteressen beginnen. Und an solche Grenzen stößt man inzwischen sogar schon im regionalpolitischen Bereich.

Siehst Du für Dich konkrete Konsequenzen? Du bist ja privat und anonym selbst Blogschreiber ge-worden.

Die Konsequenzen habe ich zum Teil schon gezogen. Beruflich plane ich mittelfristig einen Ausstieg oder jedenfalls einen gravierenden Umstieg, wenn ich weiß, wie ich mich dann fi-nanziell über Wasser halten soll. Vielleicht schreibe ich ja mal ein Buch, werde Profi-Spieler oder gründe einen Club oder so etwas (Fxxxxx lacht). In Deutschland hält mich auch nicht mehr wirklich viel. Was willst du in einem Land ohne Staat, in dem du eigentlich nur noch Erfüllungsgehilfe von wem oder was auch immer bist? Man muss sich allerdings schon fragen, wohin die Reise gehen soll. Wo ist es wirklich anders? Und wovon lebt man dort – außer vielleicht von den Einnahmen des zu-künftigen Weltbestsellers der "Verschwörungsliteratur"? (Fxxxxx hat ein zynisches Lachen im Gesicht). Was das oder den Weblog angeht, habe ich auch eine Entscheidung gefällt. Ich schreibe dort zwar erst seit ein paar Wochen, aber ein ähnliches (berufliches) Projekt habe ich schon durch. Du versuchst, den Leuten die Dinge näher zu bringen und eigentlich interessiert es keinen. Es kommen Besucher auf deine Seite, die du nicht mehr aufklären musst, weil sie ähnlich denken oder ähnliche Erfahrungen oder Entdeckungen gemacht haben; oder du ziehst irgendwelche armen Lichter an, die immer noch meinen, der Weihnachtsmann wird im Dezember auftauchen und Politiker wären in Wirklichkeit barmherzige Samariter.
Die schmieren dir dann entweder einen sinnfreien Kommentar auf die Seite oder ignorieren dich. Das kostet einfach alles viel zu viel Energie mit wenig Nutzen. Ich stelle also den oder das Weblog zum Ende des Jahres ein, um meine Wut anderweitig zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht werde ich Terrorist, das soll ja momentan im Trend liegen (Fxxxxx lacht herzhaft).

Bist Du in Eurem Unternehmen eigentlich der einzige, der diese Problematik erkennt und sich Ge-danken macht?

Ganz und gar nicht. Im Grunde genommen sind wir alle vollkommen ernüchtert. Das betrifft sogar den Chefredakteur höchstselbst. Der macht zwar noch gute Miene zum bösen Spiel, aber in trauter Runde kommt er schon aus sich heraus und zeigt seine Resignation und Hilf-losigkeit. Er hat nur das Problem, dass er in seiner Position ein "Obergefangener" des Sys-tems ist. Wir, die anderen Redakteure und Angestellten, sind nur einfache Gefangene. Der "Gefäng-nisalltag" wird in der Freizeit dann allerdings auf unterschiedlichste Art und Weise verarbei-tet. Selbst unsere Volontärin, jetzt ordne ich doch mal ein Geschlecht zu, weiß inzwischen genau, um was es geht und auch die beiden Praktikanten sind nicht dumm, auch wenn sie meistens Kaffee kochen müssen (Fxxxxx hat wieder sein Machogrinsen im Gesicht). Der Witz daran ist doch, dass man denen etwas beibringen und vermitteln soll und was sie tagtäglich miterleben müssen, widerspricht dem Sinn der Sache absolut. Die Volontärin kommt zum Beispiel direkt von der Uni, hat noch ihre ganzen universitären Weisheiten drauf und jeden Tag werden ihre Theorien Stück für Stück zerstört. Pressefreiheit? Gibt es nicht wirklich. Unabhängiger Journalismus? Vergiss es! Spannende Recherchen, eigene Artikel völlig frei erarbeiten und verfassen? Träum weiter. Hinter-grundmaterial sammeln? Bloß nicht …

Was können wir denn überhaupt noch dagegen unternehmen, gibt es Deiner Meinung nach Mittel und Wege, die realistisch sind, diesem Problem Herr zu werden?

Ich denke, das ganze System muss grundlegend verändert werden. Wir brauchen endlich ein demokratisches Staatswesen mit einer wirklich freien und unabhängigen Presse, die das Volk in jeder Hinsicht aufklärt und nicht bewusst in die Irre führt, verlautbart und Propa-ganda betreibt. Investigativer Journalismus muss her, um den Machtinhabern und deren Vasallen als völlig unabhängige Instanz direkt auf den Zahn zu fühlen. Tag für Tag. Das alles hat es nämlich auch im Westen nie wirklich gegeben. Es hat nur eine Illusion davon existiert. Der Kommunismus ist tot? Mag sein. Der Kapitalismus allerdings auch. Wir brauchen Me-dien, die unabhängig von Werbekunden finanziert werden können, sodass keinerlei Einmi-schung von außen stattfinden kann. Und wir brauchen Journalisten, die ihren Job aus Berufung machen und nicht, weil sie dem System gefallen wollen oder dem System als Mediensöldner quasi gehören. Was das Volk insgesamt betrifft: Es müssen Visionäre her, die alles umkrempeln. Auf friedli-chem Weg oder, wenn es eben sein muss, auch durch eine massive, weniger friedliche Re-volution.
Wenn man sich die Geschichte anschaut, die eigene, deutsche Geschichte, sollte man schon verdammt wütend sein, dass die Weimarer Republik nie eine wirkliche Chance bekommen hat. Das war sicher auch noch nicht Demokratie pur, aber wenn dieses System nicht von Anfang an torpediert worden wäre, wer weiß, was sich daraus entwickelt hätte? Ein weiter zurückliegendes Beispiel wäre noch die Französische Revolution, die ebenfalls viel bewegt hat. Nun sind wir an einen Punkt angelangt, an dem wir prinzipiell ähnliche Voraussetzungen schaffen müssen. Ich bezweifle allerdings, dass das Volk insgesamt begreift, was vor sich geht. Ich sehe starke Parallelen zu der Zeit vor der Machtergreifung Hitlers, allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Damals hatten die Medien noch nicht einmal im Ansatz jene Macht, die sie heute haben.

Hast Du den Eindruck, dass sich in der breiten Masse das Bewusstsein diesbezüglich ändert?

Auf die breite Masse bezogen gibt es diesbezüglich und schon fast insgesamt gesehen gar kein Bewusstsein mehr. So erschreckend es auch klingen mag: Ich bin der Meinung, dass nahezu das gesamte Volk über die Medien und die technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit so dermaßen vereinnahmt wurde, dass der Kopf eigentlich nur noch vorhanden ist, um den Hals vor Wassereinbruch zu schützen (Fxxxxx grinst sarkastisch). Freies Denken ist Glückssache und die Wenigen, die es noch praktizieren, kommen gegen den ganzen Stumpfsinn und die Lethargie der Masse nicht an. Ich denke grundsätzlich, dass man hier aber auch unser gesamtes Erziehungssystem für schuldig erklären muss. Wir wer-den schon im Kindergarten und in der Schule mit "Wahrheiten" geimpft. Ein Widerspruch ist in jeder Hinsicht zwecklos. Wie soll man frei denken, wenn man es nie gelernt hat? Wer nicht mitmarschiert, hat in unserer Gesellschaft keine Chance. Ich bin viel zu lange mitmarschiert. Im Gleichschritt. Irgendwann bin ich aus dem Takt geraten, weil ich die Un-logik der ganzen Dinge und die Lügen um uns herum nicht mehr ertragen konnte. Vielleicht habe ich jetzt auch keine Chance mehr, aber das ist mir inzwischen egal (Fxxxxx winkt ab). Ob die Masse es ähnlich sieht, wage ich zu bezweifeln. Im Gleichschritt zu marschieren, kann schließlich zur Gewohnheit werden. Vielleicht wachen die Leute ja auf, wenn sie wissen, dass sie direkt auf den Abgrund zumar-schieren. Wenn es dann nicht schon zu spät ist …

Könnte evtl. die Finanzkrise bzw. Weltwirtschaftskrise aufklärend dazu beitragen oder glaubst Du, dass die Masse der Bevölkerung erst aufwachen wird, wenn es bereits viel zu spät ist, so wie Carl-Friedrich von Weizsäcker das schon in den 80er Jahren in seinem Buch "Der bedrohte Friede" er-wähnte?

Die Menschen wachen leider immer erst dann auf, wenn es bereits zu spät ist (Fxxxxx macht eine verständnislose Geste). Finanz- und Weltwirtschaftskrise werden daran wohl nicht viel ändern, zumal den meisten Menschen die Tragweite der Entwicklungen noch gar nicht bewusst zu sein scheint.
Die glauben an den "Staat" (selbst dann noch, wenn er nicht mehr vorhanden ist), das Sys-tem, die Politiker, die noch immer positiv gestimmten "Finanz- und Wirtschaftsexperten" etc. Kritiker und Skeptiker haben keine Chance mit ihren negativen Botschaften. Wer ver-sucht, lieb gewonnene Gewohnheiten zu zerstören, findet wohl eher selten Gehör. System-treue endet in der Regel erst im Zerfall.
Wenn alles am Boden ist, vielleicht mal wieder ein Krieg das Land verwüstet hat, steht der gemeine Bürger vielleicht auf, wenn er sich vom Schock erholt hat. Ich komme an diesem Punkt gern auf die Jahre 1918/1919 zu sprechen. Ein Krieg war verloren, die Wirtschaft lag am Boden, die Menschen waren hungrig – und wütend. Erst dann sind einige von ihnen aufgestanden und haben wirklich etwas bewegt, auch wenn die Ergebnisse dieses Aufstan-des danach sogleich wieder zerstört wurden.

Dann hoffen wir, dass sich noch viel mehr solcher Leute wie Du dazu aufraffen und die Initiative er-greifen. Ich danke Dir sehr für das interessante Interview!

Das hoffe ich auch. Selbst wenn ich zu der Erkenntnis gelangt bin, dass mein Weblog ein-gestellt wird, sollten sich andere Weblog-Betreiber nicht entmutigen lassen. Ich glaube viel-leicht nicht mehr an Sinn und Effekt einzelner Seiten, aber vielleicht würde ein Zusammen-schluss diverser Skeptiker und Kritiker etwas bewegen können, wenn dazu auch aktiv etwas auf der Straße bewegt wird. Wenn solche Zusammenschlüsse im Internet nicht mehr übersehen werden können und die Straßen voller Demonstranten sind, wird sich die Machtelite schon fragen müssen, wie man solch massiven Widerstand brechen soll. Wenn … Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin den größtmöglichen Erfolg mit deiner Seite und danke für die interessanten Fragen, die ich gern beantwortet habe. Viel Glück!

Herzliche Grüße von Rolf Finkbeiner

Über den Autor: Dipl.-Ing. (BA) Rolf Finkbeiner ist selbstständiger IT-Dienstleister in Karlsruhe. Privat ist er Investor und betreibt den Blog Wahrheiten.org.
Kontaktmöglichkeit: rolf@finkbeiner.de

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.hartgeld.com