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Finanzkrise: Im freien Fall

von Ingo Narat
Zahlen, um sie dreht sich alles in der Wirtschaft und an der Börse. Und sie driften auseinander. Die Schäden der Finanzkrise erreichen monströse Summen mit elf- bis zwölfstelligen Zahlen. Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft werden dagegen mit immer kleineren Kennziffern eingefangen. Schwer zu sagen, welcher der beiden Problembereiche das größere Zerstörungspotenzial bereithält.

FRANKFURT. In der Neuen Welt taumelt die Ökonomie mit den Oktoberdaten zurück ins vergangene Jahrtausend. Der Einkaufsmanagerindex zur Lage bei den Unternehmen sackte auf den tiefsten Stand seit 1982. Für das Konsumentenvertrauen reicht ein Wort: Rekordtief. Die Industrieproduktion hatte bereits im September den schlimmsten Durchhänger seit 1974.
Es sind nicht nur schlechte Indikatoren für die USA. Das Kernkrisenland zieht den gesamten Globus in den Schlamassel. Der Welthandel scheint momentan seinen eigenen Untergang zu proben, wenn man auf den Schiffsverkehr blickt. Der Frachtratenindex als Messlatte für die Transportkosten auf wichtigen Fahrtrouten ist von seinem Hoch im Mai um kaum fassbare 93 Prozent kollabiert.
Dazu kommen die Warnsignale aus den Unternehmen. Firmen wie Volvo fahren völlig aus der Spur. Der schwedische Lastwagenhersteller ist immerhin die weltweite Nummer zwei der Branche. Volvo verbuchte im dritten Quartal vergangenen Jahres für Europa noch 41 970 neue Aufträge. Im laufenden Quartal stehen gerade einmal 115 in den Büchern. Das ist ein Minus von 99,7 Prozent. Unternehmenschef Leif Johansson sagte Analysten: Wir laufen auf den schärfsten Abschwung in Europa zu, den ich je gesehen habe.
Nun können Börsenoptimisten in den desaströsen Zahlen noch eine gute Nachricht wittern. Ältere Jahrgänge mögen sich an eine Liedzeile des Barden Reinhard Mey aus seinem Song „Zwischen Kiez und Kudamm“ erinnern: „Ist die Aussicht heut' besch..., kann sie morgen nur noch besser sein.“ Börsianer würden übersetzen: Die aktuellen Kursverluste spiegeln zumindest einen Teil der Krisenschäden und der Rezession wider.
Wie stark die Abschläge mittlerweile sind, das haben die Analysten von Credit Suisse ausgerechnet. In den vergangenen sechs Jahrzehnten fielen die Kurse in Rezessionszeiten im Schnitt um 15 Prozent. Die laufende Baisse hält mit bisherigen 40 Prozent den Rekord. Der Oktober führt sogar ein statistisches Eigenleben. Er war in den USA der schlechteste Börsenmonat seit 70 Jahren.
Zahlen und historische Rückblenden haben Charme. Sie vermitteln ein Gefühl von Verlässlichkeit, laden ein zur Ableitung von Projektionen und munitionieren derzeit die Hoffnungsfrohen. Aber das ist ein riskantes Geschäft. Die Einmaligkeit der Krise kann jede Statistik zur Makulatur machen.
Zwei unkalkulierbare Felder bleiben: Das Mega-Problem der internationalen Überschuldung ist weiter ungelöst – trotz dramatischer Zinssenkungen, trotz staatlicher Rettungspakete. Und möglicherweise unterschätzen die Analysten den anstehenden wirtschaftlichen Abschwung. Dann wäre die Zeit für einen Wiedereinstieg in Aktien noch nicht reif.

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.handelsblatt.com