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EZB hinter der Kurve

Donnerstag, 6. November 2008
Die Einschätzung der Situation, die Trichet gegeben hat, deutet darauf hin, dass die EZB ihren Platz "hinter der Kurve" behalten und sich weiter regelmäßig von der Realität überholen lassen will.

Wer nach der konzertierten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), der Bank von England und anderen vom 8. Oktober gedacht hatte, die EZB hätte den Ernst der Lage erkannt, wurde gestern eines Besseren belehrt. Zwar kappten die Währungshüter um EZB-Chef Jean-Claude Trichet angesichts der Rezession, in der sich die Eurozone offensichtlich bereits befindet, den Leitzins ein weiteres Mal um 50 Basispunkte auf jetzt 3,25%. Aber die Einschätzung der Situation, die Trichet gegeben hat, deutet eher darauf hin, dass die EZB ihren Platz "hinter der Kurve" behalten und sich weiter regelmäßig von der Realität überholen lassen will.
Globale Finanzmarktturbulenzen, Bankenkrise, anstehende Weltrezession - jedes dieser Ereignisse für sich genommen rechtfertigt ein beherztes Gegensteuern der Notenbank. Die Bank von England hat fast zeitgleich mit der EZB ihren Leitzins um satte 150 Basispunkte auf 3,0% heruntergerissen. Das ist der Situation angemessen.
Trichet dagegen bleibt zögerlich bis vage, was die Ankündigung weiterer Zinssenkungen angeht - auch wenn die Märkte mit weiteren Zinssenkungen rechnen. Er behauptet allen Ernstes, dass die Inflationsgefahren noch nicht vollständig verschwunden seien. Dies ist eine komplette Fehleinschätzung der Lage. Ab Mitte 2009, wenn der statistische Basiseffekt der hohen Ölpreise ausgewaschen ist, werden wir uns mit der Bedrohung einer Deflation auseinandersetzen. Dass dieses Szenario eintreten kann, schließt Trichet zwar nicht aus. Vorsorglich wurden aber bereits ein paar beschwichtigende, wenn auch verklausulierte Passagen, warum eine Deflation nicht zur Debatte stehe, in das Kommuniqué eingebaut, das der EZB-Chef nach dem Zinsbeschluss vorträgt.
Eine Zinssenkung um mindestens weitere 25, eher aber sogar 50 Basispunkte im Dezember ist zwar wahrscheinlich. Angesichts der nervösen Finanzmärkte und der abstürzenden Wirtschaft der Eurozone wäre aber bereits gestern ein klareres Bekenntnis zu weiteren Zinssenkungen erforderlich gewesen, ebenso wie deutlichere Signale Trichets, dass die Währungshüter den Ernst der Lage voll erkannt haben und der Wiederherstellung der Stabilität des Finanzsystems der Eurozone - denn um nicht weniger geht es derzeit - oberste Priorität einräumen.

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.mmnews.de