StartseiteAllgemeinesBeständeAnlageformenAnalysenWissenswertesChartsHandelBlog

Wissenswertes:

Silber (Archiv)

Allgemeines über Edelmetalle

Papiergeldsystem

Erklärungsbegriffe

Krisenvorsorge

Krisenvorsorge:

Beiträge zur Krisenvorsorge

Beiträge zur Krisenlage

Beiträge zur Krisenbegriffe

Beiträge zur Krisengeschichten

Allgemein:

Startseite

News (RSS)

Link´s

Sitemap

Kontakt

Disclaimer

Geldmarktfonds

von Heinz-Roger Dohms (Hamburg)

Die US-Notenbank weitet ihre Notprogramme gegen die Finanzkrise noch einmal drastisch aus: Mit bis zu 540 Mrd. $ stützt die Fed Geldmarktfonds, die in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten waren.
Unterstützt werden die Währungshüter von der größten amerikanischen Privatbank JP Morgan Chase. Sie soll fünf Investmentvehikel gründen, die den Fonds mit dem Geld der Fed illiquide Papiere abkaufen - allerdings nur solche mit einer Restlaufzeit von maximal 90 Tagen.
Die spektakuläre Maßnahme der Notenbank reicht in ihren Ausmaßen beinah an den 700 Mrd. $ schweren Rettungsplan der US-Regierung heran. Mit der Stützungsaktion reagiert die Fed auf den dramatischen Kapitalabfluss, der viele Geldmarktfonds zuletzt in eine bedrohliche Schieflage gebracht hatte.

Probleme auch in Deutschland

Geldmarktfonds investieren vor allem in kurzfristige Anleihen von Unternehmen (Commercial Papers). Weil diese Wertpapiere wegen ihrer kurzen Laufzeit normalerweise nicht ausfallen, galten die Fonds noch vor wenigen Monaten als extrem sicher. Spätestens seit dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers hatte die allgemeine Verunsicherung unter den Anlegern allerdings auch auf die Geldmarktfonds ausgestrahlt - zumal einige von ihnen zuletzt eine negative Rendite ausgewiesen hatten.
Seit August haben Investoren nach Schätzungen der Fed allein in den USA etwa 500 Mrd. $ abgezogen. Auch in Deutschland waren in den vergangenen Wochen Summen "in bedenklichem Ausmaß" aus Geldmarktfonds abgeflossen, wie es in der Branche heißt. Ein Auslöser war die Garantie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang des Monats für Spareinlagen ausgesprochen hatte. Anleger zogen daraufhin Geld aus den Fonds ab, um es auf die staatlich garantierten Konten zu transferieren.
Allerdings hatte die Regierung in der vergangenen Woche die Bundesbank beauftragt, Geldmarktfonds notfalls zu stützen - womit im Vergleich zu Sparkonten gewissermaßen wieder Waffengleichheit herrscht.

Furcht vor Kreditklemme

Die Fed möchte die amerikanischen Geldmarktfonds mit ihrem Notprogramm in die Lage versetzen, Kunden problemlos auszahlen zu können. "Die kurzfristigen Kreditmärkte waren in den vergangenen Wochen erheblich belastet, weil Geldmarktfonds und andere Investoren Schwierigkeiten hatten, Anteile zu verkaufen, um Forderungen nach Auszahlung nachkommen zu können", teilte die Notenbank mit. Letztlich soll die Aktion die Kreditvergabe an die Wirtschaft sichern.
"Der Schritt zeigt, wie alarmiert die Fed ist und wie groß ihre Sorge ist, dass es zu einer regelrechten Kreditklemme kommt, die die sich abzeichnende Rezession noch einmal erheblich verschärfen würde", sagte Bernd Weidensteiner, US-Experte der Frankfurter Commerzbank.

Dieser Beitrag wurde nicht geprüft, www.silbernews.at übernimmt keine Verantwortung für Angemessenheit oder Genauigkeit dieser Mitteilung. Quelle: http://www.ftd.de