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Ich sehe den Silberpreis in den nächsten 12 bis 18 Monaten bei 80 bis 100 US-Dollar

Mittwoch, 21. September 2011, 20:20
Der Silberpreis tendiert seit dem Absturz und der Erholung seitwärts. „Märkte & Zertifikate“ hatte die Gelegenheit, mit dem „Silberjungen“, alias Thorsten Schulte, einem ausgewie senen Silberspezialisten, zu sprechen.
Interview: Peter Berger

Märkte & Zertifi kate:
Der Silberpreis notiert gegenwärtig um 42 US-Dollar je Feinunze und hat sich nach einem starken Taucher zu Jahresbeginn wieder deutlich erholt. Denken Sie, dass wir bezüglich Korrekturpotenzial das Gröbste hinter uns haben?

Thorsten Schulte:
Meine Kunden können bestätigen, dass ich im Sommer dieses Jahres zwischen 32.30 und 35 US-Dollar zur richtigen Zeit meine Investitionen, selbst bei Hebelprodukten, massiv hochgefahren habe. Ich habe dann zwa r be i Hausse - P r e i sen immer wieder Kasse gemacht, aber jetzt eben auch wieder meine Quote noch in den vergangenen drei Wochen wieder sehr deutlich hochgefahren. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in den nächsten Monaten 12 bis 18 Monaten alle Chancen haben, dass wir Silberpreise von 80 bis 100 US-Dollar je Feinunze
sehen werden.

Das wäre mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem jetzigen Preis.
Was sind die Gründe für Ihren Optimismus?

Viele Marktteilnehmer sind angesichts der konjunkturellen Eintrübung in Sorge. Ich habe bereits im Juni immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frühindikatoren in den Schwellenländern Warnungen mit auf den Weg geben. Ich selber sehe die Geschäftserwartungen der deutschen chemischen Industrie als vorzüglichen Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung an. Hier sind wir laut den jüngsten ifo-Daten im August in einen negativen Bereich gerutscht; damit liegt der Indikator auf dem niedrigsten Niveau seit April 2009.

Die Silberpessimisten ver wenden genau dieses Argument der konjunkturellen Abkühlung und sagen, dass die Edelmetall- und Metallpreise massiv sinken werden.
Auch ich warne seit Wochen vor einem Konjunktureinbruch. Doch wir müssen uns vor Augen führen, dass die Notenbanken in den kommenden 12 bis 18 Monaten die Volkswirtschaften massiv stimulieren werden. Wir haben gesehen, wie schnell Brasilien von einem Zinserhöhungsmodus auf eine lockere Geldpolitik umgeschaltet hat. Wir sehen, dass sich an der Spitze des US-Notenbank Fed diejenigen Stimmen mehren, die darauf hinweisen, dass die Fed die US-amerikanische Wirtschaft stützen wird. Ich erwarte, dass wir weitere Wertpapierkäufe der US-Notenbank sehen. Als ich im Juli vor einem starken wirtschaftlichen Abschwung gewarnt habe, habe ich auch gesagt, dass dies ein Katalysator sein wird, um noch grössere Stimulierungen der Notenbanken zu ermöglichen. Ich bin mehr denn je überzeugt, dass wir uns letztlich auf einen monetären Stimulus der Notenbanken vorbereiten müssen. Aus diesem Grund warne ich jetzt auch nicht ständig davor, dass es an den Edelmetallmärkten zu Rückschlägen kommen kann. Selbstverständlich sind Preisrückgänge auf 38 oder 39 US-Dollar möglich.
Aber das sind dann weitere Zukaufsmöglichkeiten. Ich rechne nicht mit einer Wiederholung eines Defl ationsszenarios, wie es die Welt 2008/2009 gesehen hat. Die westlichen Staaten können sich aus sozialpolitischer und gesellschaftlicher Sicht eine Duplizität der Ereignisse nicht leisten. Denn die Gefahren für unser Wirtschaftsleben wären deutlich grösser als 2008.

Welche Argumente, neben dem Anwerfen der staatlichen Geldpressen, sehen Sie als Antreiber für einen steigenden Silberpreis?
Ich gehe fest davon aus, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Crack-up-Boom erleben werden. Bei einem Crack-up-Boom geht es darum, dass die Menschen ihr Vertrauen in das Papiergeld-System verlieren und schliesslich in Sachwerte flüchten. Wirtschaftswissenschaftler wie Ludwig von Mises sprechen in diesem Zusammenhang von einer Katastrophen-Hausse.
Man kann in Deutschland und auch in der Schweiz beobachten, dass sich derzeit sehr viele Anleger auf Immobilienanlagen stürzen; das sind Vorboten. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden zwei bis drei Jahren massiv verstärken wird. Und dann wä-ren wir beim Thema, dass die globalen Anleger in Gold und Silber deutlich unterinvestiert sind.

Woran machen Sie solche Unterinvestition denn fest?
Der Marktwert des bis 2010 geförderten Silbers beträgt zu aktuellen Marktpreisen rund 1,0 Prozent des Weltfinanzvermögens. 1980, auf dem Höhepunkt der Hunt-Spekulation bei Silber, als eine Feinunze zum Schluss 50 USDollar je Feinunze kostete, belief sich der Wert des bis 1980 geförderten Silbers zu damaligen Preisen auf rund 14 Prozent des Weltfi nanzvermögens. Bei Gold sind wir momentan bei 5 Prozent. 1980 betrug dieser Wert knapp 24 Prozent. Ich erwähne diese Zahlen, um zu zeigen, dass diejenigen, die den Investoren einreden wollen, dass Gold und Silber bereits in einer fortgeschrittenen Blase seien, falsch liegen. Ich halte dieses Bubble-Argument für unredlich und bar jeder Vernunft.

Diverse Zentralbanken sind in den vergangenen Monaten neu als Nettokäufer im Goldmarkt aufgetreten. Erwarten Sie, dass die Notenbanken auch ihre Silberbestände (wieder) aufbauen werden und somit zu Nettokäufern werden?
Das kündigt sich bisher nicht an. Aber wir in der westlichen Hemisphäre tun gut daran, nationale Rohstoffl ager aufzubauen, um hier den Asiaten nicht das Feld zu überlassen. Wir müssen die Risiken für die Rohstoffversorgung unserer Volkswirtschaften immer stärker in den Vordergrund rücken. Im Zuge des Aufbaus strategischer nationaler Rohstoffreserven gehört selbstverständlich auch Silber dazu. Insbesondere wenn wir bedenken, wie wichtig Silber in der Elektronik ist. So stecken in jedem Mobiletelefon 250 Milligramm Silber; auch RFID-Chips beinhalten Silber, in 90 Prozent der Solarpanels kommt Silber vor, was beispielsweise einer jährlichen Nachfrage von 2000 Tonnen entspricht. Das unterstreicht die grosse realwirtschaftliche Bedeutung von Silber und macht es auch für Investoren interessant. Ich möchte nicht ein Edelmetall besitzen, das nur einen ideellen Wert besitzt. Zum Leidwesen vieler Goldanleger muss ich immer wieder darauf hinweisen, dass bei Gold die industrielle Nachfrage nur 10 Prozent beträgt.

Wenn Sie eine Preissteigerung von heute rund 42 auf zwischen 80 bis 100 US-Dollar in zwei bis drei Jahren erwarten: Woher soll die zusätzliche Nachfrage kommen?
Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass die industrielle Nachfrage aufgrund der Zukunftstechnologien, die Silber verwenden, weiter ansteigen wird. Meine Erwartung für diese Preissteigerung begründe ich damit, dass Silber völlig zu Unrecht ein absolutes Schattendasein gegenüber Gold führt und dass die Menschen in Silber nicht nur gegenüber Gold, sondern erst Recht im Vergleich zu Anleihen ebenfalls massiv unterinvestiert sind.

Können Sie das mit Zahlen belegen?
Ende 2010 steckten rund 95’000 Milliarden US-Dollar in Anleihen. Dieser Betrag hat im Jahr 2010 um 4500 Milliarden US-Dollar zugenommen. Der Anteil von Silberinvestments lag 2010 bei ca. 12 Milliarden US-Dollar bei heutigen Marktpreisen, derjenige von Gold-Investments bei 80 Milliarden US-Dollar.
Beide Investments im vergangenen Jahr sind im Vergleich zum Anstieg der Anleiheninvestitionen winzig. Diese Relationen zeigen, wo die wirklichen Blasen entstanden sind, nämlich im Anleihenbereich und nicht im Edelmetallsektor.

Wie sollen Anleger ihrer Meinung nach in Edelmetalle investieren? Sollen Sie in Aktien von Minenfi rmen, in Produkte wie ETFs und Zer tifi kate und/oder physisch in Silber oder Gold investieren?
Grundsätzlich sage ich: Jeder Anleger sollte mit einem Grundstock in Edelmetallen investiert sein. Ich selber halte über 50 Prozent meiner Edelmetall-Anlagen in physischer Form. Ich nutze jedoch auch ETFs und Hebelprodukte, mit denen ich nach starken Anstiegsphasen auch mal Gewinne realisieren kann.

In welcher Währung soll man als Anleger heute in Edelmetalle wie Silber investieren?
Zunächst sage ich mit einem Schmunzeln, dass ich dazu rate, in eine Feinunze Silber und nicht in den US-Dollar und nicht in den Euro zu investieren. Beide Währungen sind nach meiner festen Überzeugung nicht zur Sicherung des eigenen Vermögens geeignet.

Da bleibt noch der Schweizer Franken …
... leider Gottes gilt dies auch für den Schweizer Franken. Ich mag die Schweiz sehr, und mir ist der Schweizer Franken lieber als der Euro. Aber gegenwärtig ist der Franken gegenüber dem Euro rund 40 Prozent überbewertet. Die Eidgenossen dürfen nicht vergessen, dass der Schweizer Kapitalmarkt für das ausländische Geld, das in der Schweiz angelegt ist, zu klein ist. Das bedeutet, dass ein Grossteil dieser Gelder wieder an die globalen Finanzmärkte zurückwandert. Somit ist die Schweiz aufs Engste mit dem internationalen Finanzsystem verwoben. Wenn es hier zu schweren Kalamitäten kommt, dann kann sich auch die Schweiz davon nicht freischwimmen. Ich erwarte, dass sich Gold und Silber in allen drei Währungen, US-Dollar, Euro und Schweizer Franken, sehr gut entwickeln werden.

Wie schätzen Sie die künftige Angebotsentwicklung bei Silber ein?
Das kanadische Analysehaus BMO erwartet bis 2015 durchaus einen markanten Anstieg der Produktion. Ob der Anstieg so positiv ausfällt, wie BMO prognostiziert, ist aus meiner Warte zweifelhaft. Wichtig ist, dass selbst beim Eintreffen der aus meiner Sicht optimistischen Projektionen von BMO im Jahr 2015 maximal 300 Millionen Feinunzen für Silberinvestments zur Verfügung stehen würden. Für 2015 rechnet BMO mit einem Output von 1200 Millionen Feinunzen Silber, heute sind wir bei rund 800 Millionen Feinunzen. Wenn wir nun die 300 Millionen Feinunzen mit dem aktuellen Kurs multiplizieren, kommen wir auf ein Marktvolumen in Höhe von 12 bis 13 Milliarden US-Dollar. Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen, dass in allen BMO-Projektionen für die Jahre 2015 bis 2018 ein Förder-Peak, also ein Fördermaximum, eintritt. Gibt es Marktteilnehmer, von denen Sie erwarten, dass sie den Silbermarkt mit Silber aus Lagerbeständen „fluten“ könnten? Ende der 70er-Jahre sind Unmengen an Silber aus privaten Händen in die Schmiedeanstalten gebracht worden. Wer dies damals gemacht hat, kann das heute kein zweites Mal tun. Sicherlich befindet sich noch einiges an Silber im Umlauf. Aber ich sehe nicht mehr die Möglichkeit, dass riesige Mengen auf den Markt kommen könnten. Was die Regierungslager an Silber betrifft, ist es so, dass nur noch Indien und China als Verkäufer infrage kommen. Bei China muss man sagen, dass China ein Nettoeinkäufer von Silber ist. Obwohl die Netto-Importzahlen in den ersten sieben Monaten 2011 deutlich unter dem Wert von 2010 lagen. Der Grund ist eine deutliche wirtschaftliche Wachstumsberuhigung. Für mich wird in den nächsten zwei, drei Jahren keine realwirtschaftliche Verbesserung, sprich eine Boomphase der Weltwirtschaft zu erwarten sein, ich erwarte vielmehr einen Crack-up-Boom auf der Basis des Anwerfens der Notenbankpressen in den USA und wahrscheinlich auch in Europa.

Angenommen, jemand ist noch gar nicht in Silber investier t . Welchen Zeithorizont sollte ein Anleger ins Auge fassen?
Angesichts der Gemengelage sowohl in Bezug auf die Weltwirtschaft als auch an den weltweiten Kapitalmärkten ist dringend dazu zu raten, einen ordentlichen Grundstock in Edelmetallen zu erwerben. Wer heute beispielsweise 100’000 Franken in Silber investieren möchte, der sollte über folgende Strategie nachdenken: mindestens ein Drittel physisch kaufen, für 10’000 Franken „aus dem Geld“ liegende Optionsscheine auf Silber mit Laufzeiten vielleicht zwei, bis drei Jahren erwerben. „Aus dem Geld“ liegen heisst beispielsweise, eine Kaufoption, die zu einem Kaufvon Silber berechtigt, bei 55 US- Dollar zu kaufen und dort 10’000 Franken zu investieren. Sollte es zu einer scharfen Korrektur kommen, hat man immer noch mehr als 50 Prozent Liquidität. Da Optionsscheine Hebelprodukte sind, würde man dann als Anleger überproportional von starken Preisanstiegen über 60 oder 65 US-Dollar etc. profitieren. Da würde ich dann auch raten, die Gewinne zu realisieren und wieder in physisches Silber zu investieren. Das ist eine Strategie, die es ermöglicht, in jedem Szenario ruhig zu schlafen.

Thorsten Schulte, alias der „Silberjunge“ (www.silberjunge.de), verfügt über langjährige Erfahrung im Bankwesen. Schulte war von 1999 bis Mitte 2008 im Investmentbanking tätig, wobei er im Bereich der Edelmetalle tätig war. Unter anderem wirkte er als Vice President im Frankfurter Handel der Deutschen Bank sowie als stellvertretender Abteilungsdirektor der DZ Bank AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank. Bei der DZ Bank hat er die allerersten Rohstoffinvestments deutscher Volksbanken initiiert. Er investiert seit 2002 in Silber und nutzt nach eigenen Angaben jede Marktschwäche zum weiteren Positionsaufbau.

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » Silberjunge

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