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Das Schlimmste kommt erst noch – Wahl zwischen Pest oder Cholera

Freitag, 18. November 2011, 05:42
Zunächst erlaube ich mir den Hinweis auf ein Interview, welches Ulrich W. Hanke von der Wirtschaftswoche mit mir Anfang der Woche führte:

Im letzten Silberbulletin wiesen wir nochmals auf die drohende Abschwächung/Rezession der Weltwirtschaft hin, vor der wir seit Juni 2011 warnten, und machten auf den Rückgang der Weltwährungsreserven aufmerksam. Letztere sind ein Maßstab dafür, ob die Kapitalmärkte in immer mehr Liquidität „baden“ oder die Vermögenspreise (Aktien etc.) durch Liquiditätsentzug gefährdet sind. Auf die Einstellung des Neukreditgeschäfts durch die Eurohypo wiesen wir ebenfalls hin. Heute erfuhren wir, dass die Societe General ihr komplettes „Property lending business“ einstellen will. Keine guten Signale für die Kreditmärkte, wenn Banken ihre Kreditvergabe einschränken wollen. So können konjunkturelle Schwächesignale der Frühindikatoren schnell weiter verstärkt werden.

Für uns steht fest – wie in den letzten Wochen/Monaten unseren Abonnenten geschrieben -, dass nur die Europäische Zentralbank über massive Anleihenkäufe den Schlüssel zur „Problemlösung“ in der Hand hält. Natürlich lassen wir keinen Zweifel daran, dass die Aushöhlung der Kaufkraft unserer Papierwährung die Folge ist. Politik und Zentralbank würden also nur einen Pyrrhussieg erringen. Mehr erfahren Sie im Silberbulletin vom 12. November mit Übersichten zu den Fälligkeitenstrukturen, Zinsbelastungen, Durchschnittszinsen auf die jeweiligen Staatsschulden, Staatsschuldenständen und vielem mehr für Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Belgien, die Niederlande, die Euro-Zone und natürlich auch Deutschland. Darüber hinaus haben wir für die USA, Großbritannien, Japan, Deutschland und die Euro-Zone umfassende Vergleiche angestellt, die aufhorchen lassen.

Wie am 12. November geschrieben, wollen wir angesichts der Gefahren für die Konjunktur und daraus abgeleitet für die industrielle Silbernachfrage nicht kurzfristiger Euphorie der Silberinvestoren Vorschub leisten. Auch auf der Edelmetallmesse bat ich um Verständnis, dass ich nicht wie im November 2010 auf der Messe die Erwartung einer großen Silberhausse für die kommenden Monate skizzieren kann. Aber wir stehen zum Hochfahren unserer Investitionsquote am 26. September, dem Tag des Ausverkaufs, und am 05. Oktober bei Silberpreisen unter 29 Dollar je Feinunze.

Denn grundsätzlich sollten wir uns gerade jetzt folgendes vor Augen führen, was ich meinen Lesern am 12. November schrieb: „Selbst ich habe größte Bauchschmerzen, dass wir Deutschen bei EZB-Staatsanleihenkäufen in die Sippenhaft für verfehltes Schuldenmanagement anderer Euro-Mitgliedstaaten genommen werden. Laut italienischer Zentralbank liegt das private Nettovermögen bei stolzen 8.588 Mrd. Euro, wovon 3.565 Mrd. Euro in Finanzanlagen stecken. Allerdings sind von diesen Finanzanlagen gerade einmal 5,3 Prozent direkt in italienischen Staatsanleihen angelegt. Und so wie bei den Reichen Griechenlands dürfte sich notfalls immer mehr Kapital der Vermögenden Italiens ins Ausland ‚absetzen’. Es schlägt durchaus ein Herz in meiner Brust für Leute wie den FDP-Politiker Frank Schäffler, Hans-Olaf Henkel und Hans-Werner Sinn. Sie wollen nicht den Schuldenschlendrian anderer Staaten mit hauptsächlich von Deutschland gespannten Rettungsschirmen beschützen.

Aber klar ist auch: Die deutschen Papiergeldsparer werden ihr Geld in den kommenden Jahren entweder durch eine schreckliche Deflation und dem reihenweisen Konkurs von Staaten und Banken verlieren (wenn die EZB nicht ‚rettet’) oder die Kaufkraft ihres Geldes durch Inflation zunächst langsam und danach sich beschleunigend zerrinnen sehen. Wir Deutschen haben nur noch die Wahl zwischen Pest oder Cholera.“


Ich fügte hinzu: „Wahrscheinlich ist und bleibt für mich das „Weichwerden“ der EZB. Der niederländische Zentralbankchef Klaas Knot, Bundesbanker Weidmann und der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark können sich gegen weitere EZB-Staatsanleihenkäufe aussprechen, aber sie werden am Ende wohl allein sein… Einer ist eh bald weg…“

Dass die Euro-Technokraten mit ihrer bisherigen Politik scheitern werden, zeigt der Blick auf die Rendite der Anleihe des EFSF-Rettungsfonds mit Fälligkeit im Juli 2021. Die Rendite steigt und damit der Renditeaufschlag gegenüber dem vergleichbaren Interbankenzins. Ein schlagender Beweis dafür, dass die Bonität des EFSF-Rettungsfonds trotz deutscher Garantien immer schlechter eingeschätzt wird. Kommt es zum Verlust des AAA-Ratings Frankreichs ist das Spiel aus. Davor warne ich seit Monaten. Der Markt für Staatsanleihen wäre ohne die Käufe der Europäischen Zentralbank - und damit auch Markt für Bankanleihen - bereits völlig kollabiert. Mir sagen Anleihenhändler, dass auch Bankschuldverschreibungen kaum noch nachgefragt werden. Seit vielen Wochen weise ich darauf hin, dass die Banken der Euro-Zone höhere Risikoprämien für die Kapitalbeschaffung zahlen müssen als während der Krise 2008/09. Wer sich die von mir in den letzten Monaten zusammengetra genen Fakten anschaut, dürfte die Dramatik erkennen. Ich bleibe bei meiner seit Monaten vertretenen Auffassung, dass nur die Europäische Zentralbank helfen kann. Wer auf China, Brasilien und andere Länder hofft, dürfte enttäuscht werden. Die angestrebte Versicherungslösung reicht meines Erachtens ebenfalls nicht. Ich würde ganz sicher keine spanische Staatsanleihe kaufen, nur weil 20 Prozent ihres Wertes von einem Euro-Rettungsfonds garantiert wird.

Hier die Rendite 10jähriger Staatsanleihen Italiens. Dies zeigt den zunehmenden Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten.

Ein weiteres Warnsignal: Die Rendite 10jähriger spanischer Staatsanleihen liegt aktuell auf einem neuen Rekordhoch der letzten Jahre. Wir müssen bis 1997 zurückgehen, um höhere Renditeniveaus auszumachen! Unsere Leser wissen, dass wir stets auf die extrem hohe Netto-Auslandsverschuldung Spaniens hinwiesen, die eine absolute Gefahrenquelle ist.

Die normative Kraft des Faktischen wird die Verantwortlichen unter Druck setzen und Maßnahmen erzwingen, die mittel- bis langfristig für unsere Edelmetallinvestments sehr vorteilhaft sein werden. Kurzfristig belastet noch der Abschwung der Weltwirtschaft und die kommende Rezession der Euro-Zone die industrielle Nachfrage nach Silber. Aber ich erwarte in den kommenden 6 bis 18 Monaten eine neue Sternstunde für mein Lieblingsmetall.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und erfolgreiche Woche!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team-Silberjunge

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » Silberjunge