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Ist der Mann da drüben verrückt?

Ein investigativer Journalist aus dem Vereinigtem Königreich, Rob Mackinlay, hat über eine Sache geschrieben, die, im Hinblick auf die Untersuchungen der CFTC im Silbersektor, meiner Meinung nach eine wichtige Story ist. Die Hauptquellen des Artikels sind seine Interviews mit zwei ehemaligen Direktoren der Vollzugsbehörde.

Mackinlay hat damit einige relevante Probleme angesprochen und bestätigt, dass die CFTC seit ihrem Bestehen noch nie eine laufende Manipulation unterbunden hat. Das würde zeigen, dass sie etwas zaghaft ist, wenn sie mit einer ungewohnten Situation umgehen muss. Das Zögern der Kommission, Entscheidungen zu treffen, die dann im Markt für Ärger sorgen würden, verstärkt wiederum nur ihre Zaghaftigkeit - und um es noch einmal deutlich zu sagen: Würde man die Shorts zwingen, die Silbermanipulation aufzugeben, hätte das explosive Folgen für die Preise.

Zudem bestätigten die beiden ehemaligen Direktoren der Vollzugsabteilung, dass es handfeste und glaubwürdige Indizien für ein Fehlverhalten geben muss, bevor es überhaupt zu Untersuchungen kommt. Auf die Gefahr hin, überdeutlich zu werden: Wie können eine oder zwei US-Banken eine Short-Position halten, die sich insgesamt auf 25% der weltweit im Jahr geförderten Silbermengen beläuft, und trotzdem nicht manipulieren? Das ist umso erstaunlicher, da diese Daten eben von dieser Kommission stammen.

Ich gebe zu, dass die Kommission in der Klemme steckt. Hier geschieht gerade ein Verbrechen, mit dem sie lieber nicht konfrontiert werden will. Aber laut Gesetz sind sie dazu verpflichtet. Das ist aber im Übrigen ihr selbst gemachtes Dilemma. Weil sie die Fakten so viele Jahre über ignorierten, haben sie ein Monster geschaffen, das nicht mehr so einfach, und nicht ohne ungeordnete Preisverhältnisse im Markt, beseitigt werden kann. Sie können bremsen und verzögern. Sie können die Angelegenheit verschleiern und um den heißen Brei reden. Sie können sich winden und simplen Fragen aus dem Weg gehen. Sie können Zeit schinden, aber sie können sich nicht aus der Affäre ziehen. Die physische Knappheit am Markt wird erledigen, wogegen sich die CFTC gewehrt hat - sie wird die Silbermanipulation beenden.

Das Verblüffende ist, dass ein Kerl von Übersee über eine Angelegenheit schreibt, die von den amerikanischen Journalisten einfach nicht begriffen wird, obgleich es hier um eine hausgemachte Manipulation an einer amerikanischen Börse geht - unter der Hoheit der US-Aufsichtsbehörden. Der Tag wird kommen, an dem die amerikanischen Journalisten uns mit immer neuen, nutzlosen Geschichten über die Große Silbermanipulation zu Tode langweilen werden - nachdem sie schon vorüber ist und jedem bekannt - à la Madoff. Einstweilen wollen wir an dieser Stelle Rob Mackinlay unseren Respekt bezeugen.

Den Boten umbringen

Der jüngste Commitment of Traders Report (COT) liefert wie gewöhnlich deutliche Hinweise auf Manipulationen beim COMEX-Silber. Am 20. Januar wurde zu Handelsschluss ein neuer prozentualer Mehrjahresrekord für die von den 4 größten Leerverkäufern gehaltenen Position erreicht - 48%. Werden alle Spreads der Non-Commericals wie auch der Commercials herausgerechnet, (so wie es sein soll), dann zeigt sich, dass die reale Netto-Short-Position der 4 größten Händler über 66% des gesamten Marktes für COMEX-Silber-Futures (der größte Silbermarkt der Welt) ausmacht.

Die 4 Händler halten mit anderen Worten zwei Drittel aller realen Short-Positionen an der COMEX. Das eine solche Konzentration einer Preiskontrolle gleichkommt, müsste außer Frage stehen. Würde man diese vier Shorts zur Glattstellung zwingen, und würde man sie durch viele Verkäufer ersetzen, die von freien Marktpreisen angezogen werden, dann würde sich der Preis wohl verdoppeln, verdreifachen oder vervierfachen müssen. Das ist auch die entscheidende Frage in jedem Manipulationsfall - wo läge der Preis einer Sache, höher oder niedriger, falls man die Manipulatoren aus dem Markt entfernen würde.

Zudem haben die vergangenen Wochen, mit Blick auf die unverhohlene Konzentration, einen weiteren starken Beweis für Manipulationen gebracht. Die Short-Position der nächstkleineren Händlergruppe (die 5 bis 8 größten Händler) ist auf ihr niedrigstes Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt gefallen - prozentual wie auch hinsichtlich der eigentlichen Kontrakte. Da die Raptoren (die 9+ Commercials) seit vielen Monaten eine Long-Position halten, und die 5 bis 8 größten Händler jetzt die Short-Seite verlassen, müssen die Großen Vier einspringen, um den Preis nicht explodieren zu lassen. Wenn nur 4 Commercials zusammenhalten, um die Preise zu manipulieren, dann möchte man doch meinen, dass die CFTC das bemerken könnte. Offensichtlich nicht. Ich werde diese Indizien der Vollzugsabteilung vorlegen (so wie ich es schon mit allen anderen von mir ausgemachten Indizien getan habe), aber ich habe das bestimmte Gefühl, dass sie nicht daran interessiert sind, irgendwelche Hinweise auf Manipulation zu sehen.

Ich habe Grund zur Annahme, dass die CFTC versuchen könnte, ihre Untersuchungen bezüglich der Silbermanipulation beizulegen, indem sie meine persönliche Glaubwürdigkeit attackiert. Das haben sie schon in der Vergangenheit versucht. Ich hoffe, dass dies nicht der Fall ist, da diese Angelegenheit zu wichtig ist, als dass sie von belanglosen Ablenkungen durchzogen werden sollte. Hier geht es nicht darum, wer die Fragen stellt. Hier geht es darum, was in den Fragen steckt! Also: Wie kann die Existenz einer solch extreme Short-Konzentration - in Bezug auf reale Weltproduktion und Lagerbestände wie auch in Bezug auf prozentuale Anteile am Futures-Markt - weiterhin zugelassen werden. Es ist nicht mehr an der Zeit, den Überbringer der Nachricht zu bestrafen, weil man die Nachricht gar nicht zuordnen kann.

Ich habe stattdessen eine andere Lösung. Warum sollte denn die CFTC diese Angelegenheit nicht komplett öffentlich machen, anstatt sie hinter verschlossenen Türen zu bearbeiten. Das kostet dem Steuerzahler keinen Cent und die Angelegenheit könnte damit voll und ganz gelöst und beigelegt werden. Letzten Frühling versammelte die Kommission alle interessierten Parteien in ihrem Hauptsitz in Washington DC, um eine ganztägige, öffentliche Anhörung über Volatilität in den Rohstoffmärkten zu veranstalten. Die Anhörungen wurden via Internet live übertragen. Man hat dort die Voraussetzungen, eine solche Anhörung zu gestalten und live zu übertragen. Die Zahl jener, die sich dem Problem der Silbermanipulation widmen, liegt viel höher als die Zahl jener Interessierten, für die letzten Sommer eine Anhörung sowie eine Internetübertragung organisiert wurde. Es wäre wohl vernünftig, wenn eine solche Internetübertragung zum Thema Silber arrangiert werden könnte. Soll die Kommission erklären, warum es keine Silbermanipulation gibt. Sie soll die simplen Fragen beantworten. Soll die Öffentlichkeit mit ihren eigenen Augen und Ohren entscheiden, wer die Wahrheit sagt.

© Theodore Butler

(Diese Abhandlung wurde vom Silberanalysten Theodore Butler, einem unabhängigen Berater, verfasst. Investment Rarities teilt seine Ansichten nicht notwendigerweise, diese können sich als richtig oder falsch herausstellen.) Exklusiv übersetzt für GoldSeiten.de. Das Original wurde am 26.01.2009 auf der Website » www.investmentrarities.com veröffentlicht.

Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews.at keine Haftung.
Quelle: » Goldseiten.de