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Darf ich Vorstellen, der neue Chef, der selber wie der alte?

TED BUTLER COMMENTARY
29.September, 2008

(Diese Abhandlung wurde vom Silberanalysten Theodore Butler geschrieben, einem unabhängigem Berater. Investment Rarities stimmt diesen Ansichten, die sich bewahrheiten können oder aber auch nicht, nicht notwendigerweise zu.)
Aktuell ist das nur schwer vorzustellen, aber es gab Zeiten, da hab ich mir Sorgen gemacht, dass ich nichts Neues über Silber zu schreiben habe. In letzter Zeit konnte ich mir mein Thema aus vielen verschiedenen aussuchen. Diese Woche war die Wahl einfach. Inmitten den anhaltenden Turbulenzen am Finanzmarkt stach für mich ein Thema heraus.
Am Donnerstag, den 25. September, war im Wall Street Journal ein Artikel enthalten, in dem angekündigt wurde, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eine neue Untersuchung bezüglich der Manipulationsvorwürfe am Silbermarkt eingeleitet hat. http://online.wsj.com/article/SB122231175151874367.html
Desweiteren hat Kommissar Bart Chilton noch am gleichen Tag eine Kopie dieses Artikels, zusammen mit seinem eigenen Kommentar, der diese Untersuchungen bestätigte, an all diejenigen, die ihm zu diesem Problem geschrieben haben, per E-Mail ausgesendet. Sowohl der Artikel, als auch Chiltons E-Mail, legten besonderen Wert darauf zu unterstreichen, dass diese Untersuchungen am Silbermarkt von der Division of Enforcement (in etwa: Abteilung für Gesetzesvollstreckung) durchgeführt wird und nicht von der Division of Market Oversight (Abteilung für Marktbeaufsichtigung) , die zuvor für die Untersuchungen am Silbermarkt zuständig waren. Ganz einfach gesagt ist die Gesetzesvollstreckung der Muskel der alles bewegt.
Ob ein gesamter Markt, wie Silber (oder Gold), manipuliert wird oder nicht, ist von allergrößter Wichtigkeit. Tatsächlich ist es sogar so, dass im Grunde nichts wichtiger ist. Marktmanipulationen sind gegen das Gesetz und ein ernstzunehmendes Verbrechen. Auf lange Sicht hin, nimmt jeder von so einer Marktmanipulation Schaden.
Weil Marktmanipulationen die allergrößte Priorität innerhalb der CFTC besitzten, ist allein die Meldung, dass Sie wegen der möglichen Manipulation eines Rohstoffmarktes eine Untersuchung eingeleitet haben, bereits ein heißes Diskussionsthema. So heiß sogar, dass solche Untersuchungen eigentlich fast immer streng vertraulich behandelt werden, bis man sich über die Fakten im Klaren ist. Hauptsächlich wird das deswegen gemacht, weil man im Allgemeinen den Markt nicht beunruhigen will. Das die CFTC sich dazu entschieden hat, diese Untersuchung des Silbermarktes in aller Öffentlichkeit bekanntzugeben steht fast ohne Präzedenzfall da.
Zudem kommt noch, dass diese Untersuchung des Silbermarktes eines der ganz wenigen Fälle ist, wo sich die Vorwürfe gegen eine Manipulation richten, die noch im Gange ist. Meines Wissens wurden alle vergangenen Untersuchungen erst nach dem Abschluss der eigentlichen Manipulation veröffentlicht. Es ist nicht nur selten, dass die CFTC (oder irgendeine andere Regierungsbehörde) eine ernstzunehmende, andauernde Untersuchung offenlegt, es ist zudem noch völlig einmalig, dass man die Öffentlichkeit von einer Untersuchung eines Verbrechens, das aktuell noch begangen wird, wissen lässt. Wenn die Regulierungsbehörden davon ausgehen, dass hier Tatsächlich ein Verbrechen in Gang ist, dann möchte man doch davon ausgehen, dass sie erst gegen das Verbrechen als solches vorgehen, bevor sie die Untersuchung abschließen. Wenn die Regulierungsbehörden nicht der Meinung sind, dass es ausreichend Beweise für ein laufendes Verbrechen gibt, dann gibt es doch eigentlich auch keinen Grund bekanntzugeben, dass man eine Untersuchung eingeleitet hat, oder?
Ich glaube genau deswegen geht die Allgemeinheit (mich eingeschlossen) auch davon aus, dass die Untersuchung des Silbermarktes reine Schönfärberei sein wird. Ich weiß, dass der Silbermarkt manipuliert wird, und ich freue mich, dass die CFTC Untersuchungen durchführt. Aber ich kann mir einfach nicht helfen und muss ihre Objektivität in Frage stellen, weil sie seit mehr als 20 Jahren unerbitterlich so eine Manipulation abstreiten. Wie können sie eine faire Untersuchung durchführen und nicht von den Ergebnissen der Vergangenheit beeinflusst werden? Mich gibt es hier schon eine ganze Weile, und ich hab das schon ein paar Mal durchgemacht, und ich bin nicht gerade erpicht darauf nochmal verarscht zu werden.
Wir brauchen Erklärungen, nicht Untersuchungen
Warum die CFTC eine Manipulation des Silbermarktes untersucht bleibt mir irgendwie ein Rätsel. Ich hab ganz sicherlich nicht so eine Untersuchung gefordert. Was ich getan hab war, Sie alle, in meinen Artikel „Eine erschlagende Beweislast“ (http://www.silberinfo.com/news/top-thema-des-tages/eine-erschlagende-beweislast.html?idcat=165), dazu aufzurufen, die von der CFTC zu einer Erklärung der Daten aus dem Bank Participation Bericht vom August zu bringen. Genau das ist der Bericht, der in direkter Weise für die aktuellen Untersuchungen verantwortlich ist. Dieser Bericht liegt im Zentrum des Problems. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Erklärungen und Untersuchungen.
Als ich mir damals, ein klein wenig mehr als vor einem Monat, den Bericht angeschaut hatte, traute ich meinen eigenen Augen nicht mehr. Ich hab die Daten des Bank Participation Reports schon seit Jahren beobachtet, einfach weil ich ein Silberdaten-Junkie bin. Normalerweise ist dieser Bericht für nichts weiter gut. In all den Jahren, indem ich die Daten beobachtet habe, erschien es mehr wie reine Zeitverschwendung als alles andere. Das war irgend so ein obskurer Bericht, auf den ich aber auch wirklich nie jemand Bezug nehmen gesehen habe. Aber die Daten im Augustbericht waren so beunruhigend, dass ich, um sicher zu gehen, dass ich mir das nicht nur einbilde, zwei vertrauenswürdige Kollegen, Izzy Friedman und Carl Loeb, darum bat, sich die Zahlen anzuschauen, ohne ihnen im Vornherein meine Schlussfolgerung mitzuteilen. Ich wollte ihre unbeeinflusste Meinung hören.
Als Sie mir aber bestätigten, dass dies wohl der eindeutigste Beweis für eine Manipulation nur möglich sei, sah ich mich einem neuen Dilemma gegenüber stehen. Irgendwie war ich geneigt zu glauben, dass diese Zahlen fehlerhaft sein müssen. Und ich ging davon aus, dass die CFTC sie bald berrichtigen würde. Also hatte ich im Grunde Angst davor, in aller Öffentlichkeit blamiert zu werden, weil ich ein großes Fass um einen kleinen behördlichen Fehler aufgemacht habe. Aber als ich die Daten dann immer wieder mit den wöchentlichen Commitment of Traders Report (COT) verglich, war mir klar, dass die Zahlen stimmen müssen. Und ganz klar ist auch, wenn die Zahlen fehlerhaft wären, dann hätte uns die CFTC das mittlerweile wohl auch mitgeteilt.
Die Zahlen sprechen für sich selber – eine oder zwei U.S. Banken haben zusammen umgerechnet 140 Millionen Unzen Silber innerhalb eines einzigen Monats leerverkauft. Das ist mehr als 20% der jährlichen Weltminenproduktion. Weniger als 3 U.S. Banken haben in der gleichen Zeit mehr als 10% der jährlichen Goldförderung dieser Welt verkauft. Daraufhin kollabierte der Silber- und Goldpreis wie noch nie zuvor in der Geschichte. Die gleichen Banken haben den Sell-Off dann als Möglichkeit genutzt so viele Short-Positionen wie nur möglich glattzustellen und gigantische Profite eingeheimst. Das sind Fakten meine Herren.
Es ist wichtig diese Zahlen in die richtige Perspektive zu setzen, um so auch deren Signifikanz völlig abschätzen zu können. Ein Weg das zu tun, ist das, was gerade am Silbermarkt passiert ist, mit anderen Rohstoffmärkten zu vergleichen. Wenn ein oder zwei U.S. Banken innerhalb eines einzelnen Monats entsprechend 20% der Weltjahresproduktion von Mais leerverkaufen würden, dann würde das 1 Millionen Future Kontrakten gleichkommen (25 Millionen Bushel x 20% geteilt durch 5000 Bushel). Da das gesamte Open Interest für Mais nur 1 Millionen Kontrakte umfasst, würde der plötzliche Leerverkauf einer solchen Menge die Preise in den Boden stampfen.
Wenn eine oder zwei U.S. Banken entsprechend 20% der jährlichen Rohölförderung leerverkaufen würden, dann wären das ungefähr 30 Millionen NYMEX Future Kontrakten. (30 Milliarden Barrels x 20% geteilt durch 1000 Barrels). Da das gesamte Open Interest an der NYMEX nur ungefähr 1 Millionen Kontrakte beträgt, würde der abrupte Verkauf von 30 Mal so viel zu einem Ölpreis von 10 Cent das Barrel führen. Natürlich war das ganz ohne Frage auch eine Manipulation des Marktes.
Die CFTC muss keine Untersuchung durchführen. Sie müssen allein erklären warum ihre eigenen Zahlen nicht reichen um die Manipulation am Silber- und Goldmarkt zu beweisen. Sparen Sie die Steuergelder und ersparen Sie uns allen die Wartezeit. Das muss nicht Tage, Wochen oder Monate dauern. Das sollte eigentlich nur wenige Minuten dauern. Warum erfassen und veröffentlichen sie die Zahlen im Bank Participation Report, wenn die CFTC dann nicht eine ganz offensichtliche Manipulation erkennen kann.
Die COTs
Die neuesten COTs haben etwas bestätigt, was ich gehofft und erwartet habe, nämlich, dass die größten Shorties weiterhin versuchen ihre Gold und Silber Short-Positionen glattzustellen. Was dieses Glattstellen besonders bemerkenswert macht ist die Tatsache, dass ihre Rückkäufe in den letzten Berichten bei einem scharfen Anstieg des Preises stattgefunden haben. Ungefähr $3 bei Silber und $120 bei Gold über die Berichtswoche hinweg. Das sagt mir, dass die großen Shorties, die U.S. Bank(en), es ernst meinen und versuchen so viele ihrer massiven Silber Short-Positionen glattzustellen.
Seit dem Bank Pariticipation Report im August haben sie jetzt fast alle Gold Short-Positionen, die sie im Juli eingegangen sind, glattstellen können. So sieht man, dass die Goldmanipulation ein voller Erfolg war. Bei Silber, auch wenn die Manipulation bereits jetzt schon als Erfolg angesehen werden muss, weil die großen Shorties eine imposante Menge Short-Positionen glattstellen konnten, wurden trotzdem noch nicht all manipulativen Short-Positionen glattgestellt. Wenn ich mir die Struktur der COTs so anschaue, dann scheint es nicht so, als ob noch viel mehr Liquidationen bei Preiseinbrüchen möglich sind. Wenn ich jetzt sagen würde, dass die COTs aktuell bullisch aussehen, dann ist das aber eine extreme Untertreibung.
Stellen Sie sich vor
Mein Mentor, Izzy Friedman, hat mich erst neulich dazu angeregt mir vorzustellen, dass ich die Zeit ein Jahr zurückdrehen könnte und mir dann versuchen sollte vorzustellen, das es zu einem schwerwiegenden Engpass im Einzelhandel kommen würde. Ein Engpass der sich jetzt anscheinend auch auf Gold ausweitet. Das ist ein ganz schön tiefgreifender Gedankenprozess.
Der Silberengpass im Einzelhandel wird vollkommen unterbewertet. Ich glaube nicht, dass es noch einen deutlicheren Beweis dafür geben kann, dass Silber manipuliert wurde. Wenn es heißt, dies sei „nur“ ein Einzelhandelsengpass und kein Engpass im Großhandel, dann ist das einfach nur dumm. Der Silberengpass im Einzelhandel hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er sich auch auf den Großhandelssektor ausweitet. Das gilt insbesondere wenn man sich die rekordverdächtigen Anstiege der Silber ETF Bestände anschaut. Wenn der Engpass im Großhandel dann einsetzt, wird jede Untersuchung der CFTC bezüglich der Manipulation zum Gespött der Leute.
Der Grund warum ich finde, dass der Einzelhandelsengpass nicht richtig bewertet wird, liegt an etwas, was ich „kochender Frosch“-Syndrom nenne. Wenn Sie einen Frosch in einen Topf voll kaltem Wasser setzen und dann langsam die Hitze hochdrehen und das Wasser zum kochen bringen, wird er nicht herausspringen. Weil der Silberengpass im Einzelhandel im gesamten letzten Jahr durchgehend zu spüren war und sich langsam aufgebaut hat, haben wir uns daran gewöhnt. Die meisten Händler haben fast nichts mehr zu verkaufen. Aktuell ist das fast in den Nachrichten, wenn ein Händler neue Ware rein bekommt, die dann ziemlich schnell auch wieder ausverkauft ist. Und raten Sie mal? Das ist alles andere als Normal. Nur weil wir uns langsam an diese Entwicklung gewöhnt haben, ist es noch lange nicht normal.
Im Grunde sieht es so aus, dass der andauernde und stetig anwachsende physische Silberengpass im Einzelhandel aller Vorrausicht noch eine ganze Zeit lang anhalten wird. Schauen Sie sich doch um in der Finanzwelt. Sehen Sie etwas was besser ist als der Besitz von Silber? Können Sie sich vorstellen wie Besitzer von physischem Silber plötzlich ihr Metall bei diesen gedrückten Preisen auf den Markt werfen? Und was sollen sie schon groß mit den Verkaufserlösen machen? In eine der bankrott-gehenden Banken reinpulvern?
Es bereitet mit viel Kopfzerbrechen, so viel finanzielles Leid und Gefahren um uns herum zu beobachten. Treue Leser werden wissen, dass ich es eigentlich vorziehe über Angebot und Nachfrage und die Analyse von Marktstrukturen zu sprechen. Für mich war Silber als sicherer Hafen immer nur ein Bonus. Aber bei dem aktuellen physischen Engpass sehe ich Zeichen dafür, dass genau diese Flucht in die Sicherheit von Silber eine Rolle spielt. Ich glaube nicht, dass sich das so schnell ändern wird. Wie viele Gründe brauchen Sie den noch, um endlich wirklich bei Silber einzusteigen?

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